Exerzitien mit P. Pius

Sie sind hier: Startseite Geschichten / Legenden Gebete Wie viel ist ein "Vergelt´s Gott" wert ist

             Was ist neu powered by crawl-it
Startseite
Jahresprogramm
Vorschau
Predigten
Vorträge
Bildmeditationen
Geistliche Impulse
   ... zur Adventszeit
   ... zu Weihnachten
   ... zur Fastenzeit / Karwoche
   ... zu Ostern
   ... zu Pfingsten
   ... im Laufe des Kirchenjahres
   ... zu sonstigen Anlässen
   ... zum Umgang mit der Zeit
   ... zur Stille / Mitte
   Gebete
   Geschichten / Legenden
Persönliches
Fotogalerie
Kontakt
Links
 
 
 
 

Wie viel ein „Vergelt’s Gott“ wert ist

Die im folgenden Gedicht berichtete Begebenheit hat sich im Jahre 1858 in dem österreichischen Städtchen Albendorf ereignet, als eine arme, alte Frau für ihren kranken Mann in der Metzgerei ein Stückchen Fleisch für die Suppe erbat.

Zu Albendorf im Glatzergau

wankt eine alte, fromme Frau

am Stabe durch die Gassen

ganz einsam und verlassen.

 

Sie ist recht schwach und bitter arm,

ein Körblein trägt sie auf dem Arm,

will in die Metzge gehen,

ein Stücklein Fleisch erflehen.

 

Ach, wohl umsonst bemühst du dich,

du arme Frau! Was kümmert sich

der Metzger um die Armen?

Was weiß der von Erbarmen?

 

„Der liebe Gott verlässt mich nicht“,

die gute Frau im Herzen spricht.

Mit Zuversicht sie flehet dann:

„Ein Stücklein nur für meinen Mann!“

 

„Hab solche Kunden nicht zu gern“,

ruft ihr der Metzger zu von fern.

„Mag gute, prompte Zahler

und ihre blanken Taler.“

 

„Umsonst begehr ich’s ja auch nicht“

das Mütterlein bescheiden spricht.

„Vergelt’s Gott tausendmale! –

damit ich gut bezahle.“

 

„Ei!“ hat der Meister seinen Spott –

„Lass seh’n, was dein Vergelt’ es Gott

wird auf der Schale wiegen –

das sollst du alles kriegen!“

 

Und lachend auf ein Stück Papier

Vergelt’s Gott schreibt der Meister ihr

und legt es hin… o Wunder!

Die Schale sinkt hinunter.

 

Nun er schnell er fasset von der Bank

ein Stücklein Fleisch mit seiner Hand,

es auf die Waag’ zu legen –

die will sich nicht bewegen.

 

Er schneidet noch ein zweites ab;

Die Schale sinkt kein Haar hinab.

Still lässt die Frau in schalten,

erkennend Gottes Walten.

 

Und Stück um Stück legt jener zu –

die Schale steht in guter Ruh!

Will es wirklich nicht gelingen,

das „Vergelt’s Gott“ rauf zu bringen?

 

Schon hat er nichts im Vorrat mehr –

O, das Vergelt’s Gott wiegt so schwer!

Er kann sich nicht mehr halten:

Er muss die Hände falten.

 

Dem Mütterlein er gern beschert,

wieviel zu nehmen sie begehrt.

Nach Gottes Lohn zu streben

Will er sein künftig Leben.

 

Das Herz blieb ihm wie umgewandt –

Laut pries er fortan Gottes Hand,

die ihn gelehrt der Armen

sich mildreich zu erbarmen.

 

 

   Druckansicht

 

Seitenanfang