Exerzitien mit P. Pius

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Katharina von Alexandrien

 

„Sankt Margareta mit dem Wurm,

Sankt Barbara mit dem Turm,

Sankt Katharina mit dem Radl

– das sind die heiligen drei Madl.“

 

So heißt es in einem alten Merkspruch zu diesen drei beliebten Volksheiligen und ihren Attributen, woran man sie auf Darstellungen erkennt. Katharina ist - wie die anderen beiden - eine der Vierzehn Nothelfer. Am „Kathrein-Tag“ endete früher die Zeit des Viehs auf der freien Weide und es begann die Schafschur.

Mägde und Knechte bekamen ihren Lohn ausbezahlt. Im Mittelalter war sie eine der am meisten verehrten Heiligen.

 

Der Legende nach war Katharina nicht nur außerordentlich schön und reich, sondern auch hoch intelligent und in allen Künsten und Wissenschaften bestens ausgebildet. Obschon viele Edelleute um ihre Gunst buhlten, ließ sie alle abblitzen. Keiner war ihr gut genug. Selbst der Sohn des Kaisers, der um ihre Hand anhielt, erschien ihr an Adel und Schönheit, Reichtum und Weisheit nicht ebenbürtig.

Ein Einsiedler wies sie auf Christus als den richtigen Bräutigam hin. Je mehr das Mädchen darüber nachdachte, desto mehr interessierte sie sich für das Christentum und die Frohe Botschaft.

Sie bereute ihren früheren Hochmut und Stolz und ließ sich taufen. In einer Vision erlebte sie, wie das Jesuskind selbst ihr den Verlobungsring an den Finger steckte.

Einmal sollte im Beisein des Kaisers Maxentius in Alexandria ein Fest zu Ehren der heidnischen Götzen gefeiert werden. Als der Kaiser auch von den Christen heidnische Opfer verlangte, intervenierte Katharina und suchte den Kaiser durch Religionsgespräche von der Verfolgung der Christen abzubringen. Sie fragte ihn, warum er nicht seinem Aberglauben abschwöre und sich zu Christus bekennen. Feierlich erklärte sie, dass sie jedenfalls seine Götter nicht verehren, sondern Christus folgen werde. Der Kaiser fühlte sich im Disput der gebildeten, jungen Dame nicht gewachsen. Sie jedoch bestand darauf, ihr Recht und ihre besseren Argumente in einer Diskussion zu beweisen. So lud der Kaiser die 50 besten Philosophen ein. Die sollten die junge Königstochter von ihrem Irrglauben abbringen. Diese meinten, das wäre doch ein Leichtes. Im Handumdrehen würden sie jede Frau zum Schweigen bringen. Doch da hatten sie sich getäuscht.

Katharina drehte, salopp gesagt, den Spieß um. Als es zum Disput über die Fragen der Götterverehrung kam, unterlagen die großsprecherischen Wissenschaftler. Ja, Katharina nahm mit ihrer Rede die 50 Gelehrten derart für sich ein, dass sie sogar selbst den Glauben der wortgewandten jungen Frau annahmen und sich taufen ließen.

Da ließ der Kaiser alle 50 auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Katharina jedoch stand ihnen in den schweren Stunden des Leidens bei. Sie selbst wurde ausgepeitscht und schwer verwundet ins Gefängnis geworfen. Im Kerker brachte ihr eine weiße Taube Nahrung und Engel trösten und pflegten sie. Daraufhin habe sich die gesamte Wachmannschaft zum christlichen Glauben bekehrt.

 

Als die Kaiserin in der Abwesenheit ihres Mannes die Gefangene heimlich besuchte, staunte sie, als sie diese in leuchtendes Licht getaucht sah. Katharina überzeugte sie so sehr vom christlichen Glauben, dass auch sie, die Kaiserin, sich taufen ließ.

Nachdem der Kaiser von seiner Reise zurückgekommen war, wunderte er sich, dass Katharina genauso blühend aussah wie zuvor. So befahl er, dass man vier Eisenräder fertigte, mit spitzen Nägeln daran. Mit denen sollte sie gerädert und zu Tode geschleift werden. Doch die Räder brachen und töteten statt dessen ihre Peiniger. Dieses Wunder brachte die Garde des Kaisers und das Volk auf ihre Seite.

Der Kaiser war unheimlich wütend und befahl, Katharina zu enthaupten. Aus ihrer Halswunde – so die Legende – floss kein Blut, sondern Milch. Weiter erzählt die Legende, ihr Leichnam sei von Engeln aufgenommen und zum Berg Sinai getragen worden, dorthin, wo Mose vor dem brennenden Dornbusch gestanden hatte und wo sich seit dem 6. Jahrhundert. das berühmte nach ihr benannte Katharinenkloster befindet.

 

Was kann nun diese Legende und Lebensbeschreibung der Tagesheiligen uns heute sagen?

 

Auffallend ist die Weisheit und Klugheit Katharinas. Dem Kaiser bietet sie die Stirn und 50 hochgelehrte Männer ziehen den Kürzeren.

Das Streitgespräch Katharinas mit den 50 Philosophen stellt sehr eindrucksvoll dar, dass der christliche Glaube andere Lehren, Wissenschaften und Weltanschauungen damals nicht zu fürchten brauchte. Er hat es mit ihnen aufgenommen und sich überlegen gezeigt.

 

Auch wir heute brauchen uns mit unserem christlichen Gottesbild und Gottesglauben vor den modernen Wissenschaften nicht zu verstecken. Sie alle können immer nur einen Teil der Wirklichkeit erklären, egal ob es Naturwissenschaften sind wie Physik, Chemie, Biologie oder andere Wissenschaften wie Soziologie oder Psychologie. Man weiß eben über das Wesen des Menschen und den Weg zum Ziel und zum Glück recht wenig, wenn man chemische Vorgänge im menschlichen Körper erklären kann und biologische Gesetzmäßigkeiten erkannt habe oder wenn ich Einsicht habe in psychologische Mechanismen und gesellschaftliche Bedingtheiten menschlichen Handelns.

 

Wir brauchen auch die weltanschauliche Konkurrenz unserer Tage nicht zu fürchten, die Gedanken, Ideen unserer Zeit, die sich oft gebärden als seien sie der Weisheit letzter Schluss. Oft sind es Trends, Modewellen, Glücksversprecher. Viel – gerade auch in der Esoterikbranche - ist auch Geschäftemacherei mit der unstillbaren Sehnsucht des Menschen nach Sinn und Ziel, mit seinem Hunger nach Halt und Geborgenheit.

Der Marxismus hat gewaltig an Boden verloren und der Kommu­nismus größtenteils abgedankt.

Im Wettstreit stehen wir mit den fernöstlichen Heils- und Erlösungslehren und dem Islam. Wir müssen – ähnlich wie Katharina in der Legende - die Auseinandersetzung mit ihnen führen an den Universitäten und in der Schule, an der Theke und am Arbeitsplatz. Wir sollen uns dabei der Worte Christi, des Evangeliums und unseres Glaubens nicht schämen.

Wichtig ist, dass wir ihn kennen. Daran hapert es vielleicht heute am meisten. Das katechetische Wissen ist weithin nicht mehr oder nur schwach vorhanden. Wichtig ist auch, dass wir unseren Glauben überzeugt vertreten, uns mutig dazu bekennen. Ein Stück mehr offensives, missionarisches Bewusstsein. Wichtig ist vor allem auch, dass wir unser Christsein ansprechend, glaubwürdig leben. Worte belehren, Beispiele reißen mit. Und nur Ergriffene ergreifen.

 

Nicht zuletzt können wir von der hl. Katharina lernen und abschauen: Ihre große Liebe zu Jesus Christus, ihrem Heiland und Erlöser, ihre unbedingte Treue zu ihm, ihrem König und Herrn und ihre Standhaftigkeit auch in Hass und Verfolgung.

Reichtum und irdischen Ruhm achtete sie gering. Qual und Marter hat sie nicht gescheut und ihren Glauben mit dem Tod besiegelt. Gott gab ihr die Krone des Lebens, die allen verheißen ist, die treu zu ihm stehen, ihn ehren und ihn aus ganzem Herzen lieben.

 

Mögen auch wir – wie die hl. Katharina - in Leid und Not auf die Kraft Gottes bauen, auf seine Hilfe vertrauen und mit gläubiger Zuversicht unseren Weg gehen, der ewigen Vollendung entgegen, um einst mit ihr und allen Heiligen für immer bei Gott zu sein.

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