Exerzitien mit P. Pius

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Wo wohnt Gott

(6. Ostersonntag - Lesejahr C; Joh 14, 23 - 29)

 

Ein Rabbi überraschte seine Schüler mit der Frage: „Wo wohnt Gott?“ Sie lachten und sagten: „Die Welt ist doch voll von Gottes Herrlichkeit!“ Der Rabbi beantwortete seine eigene Frage so: „Gott wohnt, wo man ihn einlässt!“ –

 

Wo wohnt Gott?

Jesus sagt heute im Evangelium: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten. Mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.“

Wir, jede und jeder von uns, sind Wohnung Gottes!

Gott in uns. – Ein nie ganz zu fassendes Geheimnis.

 

Der Apostel Paulus spricht an verschiedenen Stellen seiner Briefe von diesem Geheimnis.

Im 1. Brief an die Korinther fragt er die Gemeindemitglieder:

„Wisst ihr nicht, dass ihr ein Tempel Gottes seid und dass Gottes Geist in euch wohnt?“ (1 Kor 3,16)

Paulus erinnert die Gemeindemitglieder an das, was sie zutiefst sind: Tempel Gottes, Wohnung des hl. Geistes.

Das ist ihre Berufung! Das ist ihre Identität. Das ist ihre Würde.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Wir sind der Tempel Gottes. In uns wohnt Gottes Geist.

Das ist unsere Berufung! Das ist unsere Identität. Das ist unsere Würde als Getaufte. Das sollten wir immer bedenken und nie vergessen. Wir sehen es oft nicht oder viel zu wenig.

 

Auch bei den großen Heiligen und vor allem bei den Mystikern finden wir die Aussage: Gott wohnt in uns.

 

Meister Eckehard sagt z.B.: „Ich bin des so gewiss wie ich lebe, dass nichts mir so nahe ist wie Gott.“

Bei Augustinus findet sich das Wort: „Gott ist uns näher als wir uns selbst.“

Edith Stein greift dieses augustinische Wort auf und formuliert in einem ihrer Gebete: „Du, näher mir als ich mir selbst und innerer als mein Innerstes, göttliches Licht, Heiliger Geist, ewige Liebe.“

Angelus Silesius hat in seinem Cherubinischen Wandersmann den Vers: „Halt an! Wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir! Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für uns für.“

Der Himmel ist in dir! Gott ist in dir! Suche Gott in dir!

 

In einem Gedicht von Theresa von Avila spricht Gott:

Wenn dein Sehnen Mich nicht findet, dann such nicht dort u. such nicht hier;

gedenk, was dich im Tiefsten bindet, und, Seele, suche Mich in dir.

 

Du bist Mein Haus und Meine Bleibe, bist Meine Heimat für uns für.

Ich klopfe stets an deine Tür, dass dich kein Trachten von Mir treibe.

 

Und meinst du, Ich sei fern von hier, dann ruf Mich und du wirst erfassen,

dass Ich dich keinen Schritt verlassen: und, Seele, suche Mich in dir.

 

Gott sagt zum Menschen: „Du bist mein Haus und meine Bleibe, bist meine Heimat für und für.“ Und: „Suche mich in dir!“.

Gott ist ganz nahe. Er ist uns wirklich näher als wir uns selbst.

 

Paulus sagt den Athenern auf dem Areopag.

„In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir.“

 

Als die hl. Katharina von Siena in ihrer Not klagt:

„Mein Gott, wo warst du, als mein Herz in Finsternis und Tränen war?“ Da hörte sie die Antwort: „Meine Tochter, hast du nicht gespürt: Ich war in deinem Herzen.“

 

Bei Johannes Tauler findet sich das Wort:

„Wer sehen könnte, wie im Seelengrund Gott wohnt, den würde dieses Gesicht selig machen.“

 

Die Frage ist: Was können wir tun, dass wir des Wohnens Gottes in uns immer mehr inne-werden?

 

Erstens: Wir können uns dessen betend immer wieder er-innern! Betend, meditierend uns der Gegenwart Gottes in uns, seines Wohnens in uns innewerden.

Innewerden, welches Licht in uns ist – unter aller Verhüllung und Überlagerung und aller Armseligkeit.

Innewerden, dass tief in meinem Wesensgrund Gottes Geist, Gottes Kraft, Gottes Gnade eingesenkt ist und mich erfüllt, mich durchdringt, belebt und beseelt.

Glauben, dass Gott in mir ist, seiner Gegenwart bewusst sein und leben in der Gegenwart Gottes!

Zweitens: Wenn Gott in mir wohnt, wenn Christus in mir Wohnung genommen hat, wenn ich Tempel des hl. Geistes bin, sollte dann nicht auch Gottes Liebe und sein Friede in mir wohnen und mich immer mehr prägen, formen und bestimmen?

Drittens: Tempel Gottes bin nicht nur ich. Auch der neben mir, der Bruder, die Schwester ist Tempel Gottes. Auch in ihm wohnt Gottes Geist. Auch sie ist Wohnort der Liebe Gottes. Auch die, die mich nervt; auch der, den ich nicht so gut leiden kann.

 

Therese von Lisieux bekennt:

„Ohne Jesus jeden Menschen lieben wollen, ist für mich so unmöglich wie die Sonne in der Nacht scheinen zu lassen…

Aber je mehr ich mit Jesus in mir verbunden bin, desto mehr kann ich alle meine Schwestern lieben!“

 

Versuchen zu lieben wie ER, Jesus, uns geliebt hat.

Geduld haben, auch wo’s schwer fällt.

Verzeihen, vielleicht sogar dort, wo ich nicht schuld bin.

Vergessen wir nicht:

Es ist Liebe zu Gott, wenn wir die Schwester, den Bruder lieben.

Und auch das ist wahr: „Wo die Güte und die Liebe, da ist Gott.“

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