Exerzitien mit P. Pius

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Der Mönch und die Frau

 

Zwei buddhistische Mönche trafen auf dem Weg zum Kloster eine außergewöhnlich schöne Frau am Flussufer. Auch sie wollte, wie die Mönche ans andere Ufer, aber das Wasser war zu hoch. So nahm sie einer der Mönche auf den Rücken und trug sie hinüber.

Sein Begleiter war äußerst schockiert. Zwei Stunden lang schalt er ihn, die heilige Regel verletzt zu haben. Hatte er vergessen, dass er ein Mönch war? Wie konnte er es wagen, eine Frau zu berühren? Und mehr noch, sie durch den Fluss zu tragen? Und was würden die Leute sagen? Hatte er nicht ihre heilige Regel in Verruf gebracht? Und so weiter und so weiter.

 

Der angeblich ungehörig handelnde Mönch hörte sich geduldig die nicht enden wollende Predigt an. Schließlich unterbrach er ihn und sagte: „Bruder, ich habe die Frau am anderen Ufer abgesetzt. Trägst du sie denn jetzt?“

 

Der arabische Mystiker Abu Hassan Bushanja sagt: „Die Sünde selbst ist weniger schändlich als der Wunsch oder der Gedanke daran. Es ist eine Sache, wenn der Körper einen Augenblick eine Annehmlichkeit genießt, und etwas ganz anderes, wenn Geist und Herz endlos darüber brüten. Wenn fromme Leute sich unaufhörlich mit den Sünden anderer beschäftigen, wird man den Verdacht nicht los, dass ihnen diese Grübelei mehr Vergnügen bereitet als die Sünde selbst dem Sünder.“

 

Anthony de Mello

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