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Als Jesus hörte, dass Johannes ausgeliefert worden war,
kehrte er nach Galiläa zurück.
Er verließ Nazaret,
um in Kafárnaum zu wohnen, das am See liegt,
im Gebiet von Sébulon und Náftali.
Mt 4, 12 - 13
Das Evangelium am 3. Sonntag im Lesejahr A beginnt mit
einem Ortswechsel: Jesus zieht sich nach Galiläa zurück
– in eine Region, die damals als Randgebiet galt, weit
weg vom religiösen Zentrum. Und gerade dort, in diesem
„Galiläa der Heiden“, beginnt sein öffentliches Wirken.
Matthäus greift die alte Verheißung des Propheten Jesaja
auf: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes
Licht.“ Das ist mehr als ein poetisches Bild. Es
beschreibt eine Erfahrung, die viele Menschen kennen:
Zeiten der Orientierungslosigkeit, der Unsicherheit, der
Müdigkeit. Und genau dort setzt Gott an. Nicht erst,
wenn alles geordnet ist, sondern mitten im Alltag,
mitten im Unfertigen.
Jesus ruft seine ersten Jünger – einfache Fischer. Er
ruft sie nicht, weil sie perfekt wären, sondern weil sie
offen sind für einen neuen Weg. Sein Ruf gilt auch uns:
„Kommt und folgt mir nach.“ Es ist ein Ruf, der
Vertrauen braucht – und zugleich die Zusage enthält,
dass Gott uns verwandelt: „Ich werde euch zu
Menschenfischern machen."
Für unsere Pfarrei bedeutet das: Gott wirkt nicht nur an
den großen Orten der Welt, sondern genau dort, wo wir
leben, arbeiten, hoffen und zweifeln. Sein Licht fällt
in unsere Lebenswirklichkeit – international,
vielfältig, manchmal herausfordernd, immer getragen von
seiner Nähe.
Der 3. Sonntag im Jahreskreis lädt uns ein, neu zu
hören: Wo ruft Christus mich heute? Und wo darf ich
selbst Licht sein für andere?
Pfarrer Mirco Quint
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