|
||||
|
Ortswechsel zum Evangelium am 3. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A; Mt 4, 12 - 23
|
||||
|
Als Jesus hörte, dass Johannes ausgeliefert worden war,
kehrte er nach Galiläa zurück.
Er verließ Nazaret,
um in Kafárnaum zu wohnen, das am See liegt,
im Gebiet von Sébulon und Náftali.
Mt 4, 12 - 13
Das Evangelium am 3. Sonntag im Lesejahr A beginnt mit einem
Ortswechsel: Jesus zieht sich nach Galiläa zurück – in eine
Region, die damals als Randgebiet galt, weit weg vom
religiösen Zentrum. Und gerade dort, in diesem „Galiläa der
Heiden“, beginnt sein öffentliches Wirken.
Matthäus greift die alte Verheißung des Propheten Jesaja
auf: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes Licht.“
Das ist mehr als ein poetisches Bild. Es beschreibt eine
Erfahrung, die viele Menschen kennen: Zeiten der
Orientierungslosigkeit, der Unsicherheit, der Müdigkeit. Und
genau dort setzt Gott an. Nicht erst, wenn alles geordnet
ist, sondern mitten im Alltag, mitten im Unfertigen.
Jesus ruft seine ersten Jünger – einfache Fischer. Er ruft
sie nicht, weil sie perfekt wären, sondern weil sie offen
sind für einen neuen Weg. Sein Ruf gilt auch uns: „Kommt und
folgt mir nach.“ Es ist ein Ruf, der Vertrauen braucht – und
zugleich die Zusage enthält, dass Gott uns verwandelt: „Ich
werde euch zu Menschenfischern machen."
Für unsere Pfarrei bedeutet das: Gott wirkt nicht nur an den
großen Orten der Welt, sondern genau dort, wo wir leben,
arbeiten, hoffen und zweifeln. Sein Licht fällt in unsere
Lebenswirklichkeit – international, vielfältig, manchmal
herausfordernd, immer getragen von seiner Nähe.
Der 3. Sonntag im Jahreskreis lädt uns ein, neu zu hören: Wo
ruft Christus mich heute? Und wo darf ich selbst Licht sein
für andere?
Pfarrer Mirco Quint
|
||||
|
|