Exerzitien mit P. Pius

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Die Hand Gottes

(Bildmeditation zu einem Freskenfragment aus der Kirche San Clemente in Tahull, Spanien, um 1225)

Wir sehen Kreise, groß und farbig. Sie drücken Ruhe und zugleich Bewegung aus, Einfachheit und Fülle. Der Kreis als Symbol für die Unendlichkeit Gottes.

 

Ein Quadrat umgibt die Kreise. Mit der Vierzahl seiner Ecken steht es für den Kosmos, die erschaffene Welt, das Irdische.

Kreis im Quadrat, Unendliches mitten im Endlichen, Göttliches im Geschaffenen.

 

In der Mitte des Bildes: Weiß, sehr viel Weiß: „unzugängliches Licht“, in dem Gott wohnt (1 Tim 6, 16), uns geheimnisvoll entzogen.

„Lichte Dunkelheit“, so nennen die Mystiker Gottes Raum.

 

Aus weißer Tiefe heraus kommt eine Hand. Aus der Mitte des Verborgenen die Spur des Lebendigen, Bewegung im Unbewegten.

 

Die Hand ist Symbol des unsichtbaren Gottes. In ihr erweist er sich als der „Gott für uns“. Gottes Hand ist es, die erschafft, erhält, trägt, führt, weist, schützt, segnet, heilt und birgt.

 

Die Hand erstreckt sich über alle Kreise: den inneren, der purpurrot die göttliche Mitte umschließt; den blauen Kreis, der Himmel und Erde verbindet; schließlich den äußeren roten Kreis. Rot: Farbe des Geistes und der Liebe.

Die Farbkreise weisen auf die Dreifaltigkeit hin. Gott, der in unzugänglichem Licht wohnt, offenbart sich.

 

Die Hand ist geöffnet. Sie bietet sich dar, sie gibt sich, sie lädt ein.

Solche Hand lässt Freiheit. Sie droht nicht und zwingt nicht; sie ist gewaltlos und wehrlos.

 

Die Hand ist leer. Gott hat nichts gegen uns in der Hand.

Im Gegenteil: Gott streckt seine Hand entgegen.

Immer wieder hat er seinen Bund angeboten.

In Jesus Christus ist er einer von uns geworden.

Unendliches Entgegenkommen! Du!

 

Zeigefinger und Mittelfinger sind ausgestreckt, Ringfinger und kleiner Finger ein wenig gebeugt, eingekrümmt. Die Liturgie sagt vom Heiligen Geist: „Du Finger Gottes, der uns führt.“

 

Als Christen glauben wir an einen Gott der Beziehung ist, ein Gott, der sich uns mitteilt, der uns nahe ist, trotz seines Ganz-Andersseins.

Wir glauben an einen Gott, den wir erfahren können, trotz unserer Begrenztheit, weil er sich uns zuwendet. Wir glauben an einen Gott, der uns in Jesus begegnet und der uns mit seinem guten Geist begleitet.

 

Götzen regieren mit eiserner Faust. Der lebendige Gott zeigt sich anders: einladend in seinem Erbarmen, wehrlos in seiner Liebe, verborgen in seiner Größe.

 

Diesem Gott sich anzuvertrauen, macht Menschen nicht klein, sondern groß, nicht zu Sklaven, sondern zu Freunden.

 

Gott streckt seine Hand aus bis an den Rand, um die ganze Schöpfung heimzuholen in den Innenraum seiner Liebe.

Gott lädt den Menschen ein, an seinem Leben teilzunehmen.

 

Jeder Mensch steht vor der Möglichkeit, entweder diese Hand zu übersehen, sie auszuschlagen und abzuweisen oder sich von ihr locken, anziehen und in den Raum der Liebe einladen zu lassen.

 

Glauben kann nicht erzwungen werden. Er ist eine Sache des Vertrauens.

 

„Ich bin der Herr, dein Gott.

Ich fasse deine Hand

und sage zu dir:

Fürchte dich nicht!

Ich bin dein Helfer.“

(Jesaja 41, 13)

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