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Liebe Schwestern und Brüder!
Heute gedenkt die Kirche einer faszinierenden und
mutigen Frau der frühen Kirche: der heiligen Katharina
von Alexandrien. Sie zählt zu den Vierzehn Nothelfern.
Im Mittelalter war sie eine der am meisten verehrten
Heiligen.
Obwohl
die historischen Fakten ihres Lebens sehr spärlich sind
und vieles in der Legende verwoben ist, erzählt uns ihre
Geschichte eine tiefe theologische Wahrheit und gibt uns
wichtige Impulse für unseren eigenen Glaubensweg.
Die Legende
schildert Katharina als eine Königstochter von
außergewöhnlicher Klugheit, Schönheit und Gelehrsamkeit.
Als der römische Kaiser Maxentius die Christenverfolgung
forcierte und alle zum Götzenopfer zwingen wollte, trat
die junge Katharina furchtlos vor ihn hin. Sie
protestierte nicht nur, sondern forderte ihn zum Disput
heraus.
Der Kaiser,
ihrer Argumentation nicht gewachsen, berief daraufhin
fünfzig der klügsten Philosophen und Gelehrten seines
Reiches ein. In einer leidenschaftlichen Debatte
widerlegte die erst 19-jährige Katharina die heidnischen
Argumente ihrer Kontrahenten mit solcher Weisheit und
Geisteskraft, dass die fünfzig Philosophen sich
schließlich bekehrten und den christlichen Glauben
annahmen.
Katharina
nutzte ihre Bildung, ihren Verstand, ihre Geisteskraft,
um die Wahrheit des Evangeliums zu verteidigen. So zeigt
sie uns, dass Glaube und Vernunft keine Gegensätze sind,
sondern Hand in Hand gehen können, um Gott zu erkennen
und zu bezeugen. Sie ist die Patronin der Philosophen,
Gelehrten, Studenten, Lehrer und Bibliotheken.
Als der Kaiser sah,
dass er sie weder mit Worten noch mit Drohungen besiegen
konnte, ließ er sie foltern. Das berühmteste Attribut
Katharinas, das gebrochene Rad, erinnert uns an ihr
Martyrium. Sie wurde gerädert. Die Legende berichtet,
dass das Folterwerkzeug auf ihr Gebet hin durch ein
Wunder zerbrach, was nur noch mehr Menschen zu Christus
führte, darunter sogar die Kaiserin.
Schließlich
erlitt Katharina das Martyrium durch das Schwert. Sie
wurde enthauptet. Aus ihrer Wunde floss der Legende nach
Milch statt Blut – ein Zeichen ihrer Reinheit und ihres
unschuldigen Sterbens für Christus. – Der Legende
zufolge wurde ihr Leichnam von Engeln zum heutigen
Katharinenkloster auf dem Berg Sinai getragen.
Liebe Mitchristen!
Was können wir aus dem Leben dieser beeindruckenden
Heiligen für uns heute mitnehmen, in einer Zeit, die so
anders ist als das römische Alexandrien?
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Mut zur Überzeugung:
Katharina hatte den Mut, für ihren Glauben
einzustehen, auch gegen mächtige Autoritäten und
gegen den Strom der vorherrschenden Meinung. In
einer Welt, die oft von Opportunismus geprägt ist,
ermutigt uns Katharina, zu unseren christlichen
Werten zu stehen, auch wenn es unbequem wird.
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Der Wert der Weisheit:
Katharina war eine Gelehrte. Sie wusste ihren
Verstand einzusetzen, um den Glauben zu erklären und
zu verteidigen. Ihre Geschichte erinnert uns daran,
dass wir unseren Glauben nicht nur fühlen, sondern
auch denken und artikulieren sollen. Bildung im
Glauben ist wichtig.
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Die Kraft der Standhaftigkeit: Trotz Folter und drohendem Tod blieb Katharina
standhaft in ihrer Liebe zu Christus, den sie als
ihren himmlischen Bräutigam ansah. Sie lebte ihr
Leben mit und für den Herrn bis zum Ende.
Bitten wir
die heilige Katharina von Alexandrien um ihre
Fürsprache, dass auch wir standhaft und weise unseren
Glauben leben, furchtlos für die Wahrheit eintreten und
uns von Christus auf unserem Weg leiten lassen.
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