Exerzitien mit P. Pius

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Ignatius von Antiochien (17.10)

Die Kirche feiert heute den Gedenktag des heiligen Ignatius von Antiochien. Damit werden unsere Gedanken in die Frühzeit des christlichen Glaubens geführt.

Antiochien war die drittgrößte Stadt des Römischen Reiches, eine Weltstadt und Hauptstadt der Provinz Syrien. Gleichzeitig war es eines der bedeutendsten Zentren der noch jungen Kirche im ersten Jahrhundert.

Um das Jahr 37 kam der Apostel Paulus nach Antiochien. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten nahm das Christentum dort einen rasanten Aufschwung. Die christliche Gemeinde wuchs weitaus schneller als die in Jerusalem. In Antiochien, so wissen wir, „nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen“ (Apg 11, 26).

 

Ignatius, mit dem Beinamen „Theophorus“ = „Gottesträger“, war nach dem Apostel Petrus und dem hl. Evodius der dritte Bischof von Antiochien. Nach der Legende war er das Kind, das Jesus den Jüngern vorstellte, als diese miteinander darüber stritten, wer von ihnen der Größte sei.

 

Unstrittig ist, dass Ignatius noch Kontakt zu den Aposteln hatte.

Er kannte den hl. Petrus persönlich und war ein Schüler des hl. Apostels Johannes. Er kennt noch einige der „Freunde Jesu“, die ihn gesehen, gehört und mit ihm gesprochen haben. Und er glaubt ihrem Wort und Zeugnis. Und gibt selbst – kraftvoll und unerschrocken, in Wort und Beispiel – den Glauben weiter.

 

Bei einer Christenverfolgung unter Kaiser Trajan um das Jahr 110 wurde er – wegen seines Glaubens – gemeinsam mit anderen entschiedenen Christen verhaftet und gefesselt, unter strenger Bewachung nach Rom geschleppt. Auf dem Weg zu seiner Hinrichtung wird er wochenlang von den Wachsoldaten gequält und misshandelt. In einem Brief bezeichnet er die Soldaten, die ihn bewachten als „die zehn Leoparden“.

 

Eusebius von Cäsarea, der im vierten Jahrhundert die Vita des Heiligen verfasste, schrieb: „ Während seiner Reise durch Kleinasien stärkte er in den einzelnen Städten, wo er halt machte, durch Predigten und Mahnungen die Kirchengemeinden. Vor allem mahnte er sie inständig, sich vor den Häresien zu hüten, die sich damals zu verbreiten begannen. Und er legte ihnen dringend ans Herz, nicht von der Überlieferung der Apostel abzurücken.“

 

Auf der mühseligen Reise schrieb Ignatius sieben Briefe nach Rom, Ephesus, Smyrna und an andere christliche Gemeinden sowie an den Bischof Polykarp. Diese Briefe sind uns vollständig erhalten. Sie sind Ausdruck seiner glühenden Christusliebe und seiner Sorge um die Einheit der Gemeinden.

Sie zeigen Ignatius bis ins Sterben hinein als einen aufrechten, ungebrochenen und treu zu seinem Glauben stehenden Christen.

Wenn man diese Briefe liest, spürt man die Frische des Glaubens der frühen Christen.

 

An die Gemeinde in Rom schickte er einen Brief voraus, in dem er flehentlich darum bittet, man möge ja nichts für seine Freilassung unternehmen. Er versichert darin, den Tod – wie auch immer: Feuer, Kreuz, wilde Tiere – nicht zu fürchten. Der Tod, der ihm in Rom sicher bevorstand, erschreckte ihn nicht. Im Gegenteil, Ignatius sehnte sich danach. Denn der Gewinn des irdischen Lebens zählte für ihn wenig im Vergleich zum ewigen Leben.

 

Eine weitere Botschaft, die Ignatius übermittelt, lautete: Seid eins! Die Christen sollen unter sich eins sein, sich gegenseitig stützen. Sie sollen eins sein mit ihrem Bischof und ihren Priestern, vor allem auch angesichts der Irrlehren.

 

Übrigens: Ignatius hat als erster Theologe den Ausdruck „katholisch“ im Sinne von universal, allumfassend im Blick auf die Kirche verwendet. Und der Gemeinde in Rom hat er bereits einen Vorrang (Primat) unter den Christengemeinden zugesprochen.

 

Das Martyrium erlitt Ignatius im Jahr 107 im Amphitheater, dem späteren Kolosseum, in Rom. Er wurde – als Schauspiel des Pöbels und Belustigung der Volksmeute – wilden Tieren vorgeworfen und von ihnen zerrissen.

 

Zum Schluss noch einige Zitate aus seinen Briefen. Jedem Zitat sei jeweils die eine oder andere Besinnungs-Frage angefügt:

 

„Nahe dem Schwert ist nahe bei Gott; mitten unter den Bestien heißt nach bei Gott sein“ (Brief nach Smyrna)

  • Weiß ich mich inmitten von Not und Leid nah bei Gott? Weiß ich mich inmitten aller Gefahr, auch Ansteckungs- und Lebensgefahr, geborgen in Gott, gehalten von Gott?

 

„Jetzt fange ich an, ein Jünger Jesu Christi zu sein… Lasst es geschehen, dass ich den wilden Tieren zum Fraß diene. Durch sie wird es mir vergönnt sein, zu Gott zu gelangen. Ich bin ein Weizenkorn Gottes. Ich muss von den Zähnen der wilden Tiere zermahlen werden, um ein reines Brot Christi zu werden…Nichts soll mich hindern, dass ich zu Jesus Christus gelange. Feuer, Kreuz, ein Haufen wilder Tiere, Verstümmelung und Zermalmung des ganzen Körpers sollen über mich kommen, nur dass ich zu Jesus Christus gelange…Gönnt es mir, die Leiden meines Gottes nachzuahmen“ (Brief nach Rom)

  • Wann fange ich an ein wirklicher Jünger, eine wirkliche Jüngerin Jesu Christi zu werden? Es ist nie zu spät, aber vielleicht ist es höchste Zeit.

 

„Mir werden nichts nützen die Enden der Erde noch die Königreiche dieser Welt. Für mich ist es besser, durch den Tod zu Jesus Christus zu kommen, als König zu sein über die Grenzen der Erde. Ihn suche ich, der für mich gestorben ist. Nach ihm verlange ich, der unseretwegen auferstanden ist. Mir steht die Geburt bevor. Hindert mich nicht, das Leben zu erlangen! Betet für mich, dass ich das Ziel erreiche“ (Brief nach Rom)

Mediziner sagen „Exitus“ zum tödlichen Ende des Lebens.

Christen sagen „Exodus“, Durchzug, Durchgang, Auszug zu einem ungeahnten Leben, Hinübergang in die Fülle des Lichtes, der Freude und des Friedens.

  • Ahne ich bzw. ist mir – wie Ignatius von Antiochien – bewusst, wenigstens dann und wann, dass nach der Geburt aus der Enge des mütterlichen Leibes in die Weite und Helle dieser Welt hinein noch eine andere Geburt ansteht, nämlich die aus der Enge dieser Welt in die Weite und ins Licht Gottes hinein? Was für eine befreiende Sicht des Todes?

 

„Seid darauf bedacht, nur eine Eucharistie zu feiern, denn es gibt nur einen Leib unseres Herrn Jesus Christus und nur einen Kelch der Vereinigung mit seinem Blut. Es gibt nur einen Altar…“ (Brief nach Philadelphia)

  • Wann lernen wir rechthaberischen und zerstrittenen Christen aller Konfessionen, diese urchristliche Selbstverständlichkeit neu zu verstehen und zu praktizieren?

 

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