Exerzitien mit P. Pius

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Heilige Corona (14.05.)

Wer hätte das gedacht? Es gibt eine Heilige, die Corona heißt.

Ich muss ehrlich gestehen: Mir war diese Heilige bisher ganz und gar unbekannt. Nun bin ich – aus aktuellem Anlass – von mehreren Seiten darauf aufmerksam geworden.

Und das Überraschende war für mich, dass ausgerechnet sie – unter anderem – als Schutzpatronin in Sachen Seuchen gilt und bei Seuchengefahren und in Seuchenzeiten besonders um Hilfe angerufen wird. Kein Wunder, dass die heilige Corona augenblicklich – in Zeiten der Corona-Krise – eine ungeahnte Renaissance und eine sagenhafte Aufwertung ihres Bekanntheitsgrades erlebt.

 

Mit dem Corona-Virus hat die Heilige allerdings nichts zu tun. Das Wort „corona“ stammt aus dem Lateinischen und heißt „Krone“ oder „Kranz“. Das Virus heißt so, weil es ein kranzförmiges Aussehen hat. Die Heilige hat dem Virus also nicht den Namen gegeben. Schutzpatronin gegen Seuchen war sie schon lange vor dem Ausbruch des Corona-Virus. Dessen Verbreitung hat jedoch den Focus auf diese ansonsten kaum bekannte Heilige gelenkt.

 

Bei der hl. Corona handelt es sich um eine frühchristliche Märtyrerin. Ihre Verehrung ist noch heute vor allem in Ostbayern und Österreich verbreitet. Im Mittelalter war die Heilige in ganz Europa populär.

Reliquien der hl. Corona sollen einst von Kaiser Karl IV. nach Prag und von Kaiser Otto III. 997 nach Aachen gebracht worden sein, wo sie heute aus restauratorischen Gründen in der Domschatzkammer aufbewahrt werden. In vorreformatorischer Zeit ist eine Verehrung der heiligen Corona auch für den Dom zu Bremen bezeugt.

 

In Niederösterreich und bei Wien tragen zwei Ortschaften den Namen „St. Corona“. Im Bistum Passau sind zwei Kirchen nach ihr benannt. Und in Sauerlach vor den Toren von München ist ihr eine kleine Kapelle gewidmet. Das Innere schmückt ein einfacher Holzaltar mit Abbildungen der Heiligen. Auf der Außenwand dieser idyllisch im Wald gelegenen Kapelle ist folgender Text zu lesen:

“Müder Wanderer stehe still,

mach bei Sankt Corona Rast.

Dich im Gebet ihr fromm empfiehl,

wenn du mach Kummer und Sorgen hast.“

 

Wer war diese Heilige?

Lateinische, griechische und koptische Quellen geben Auskunft. Allerdings weichen die Berichte stark voneinander ab. Einem der Berichte zufolge ließen die Römer im syrischen Antiochien einen Soldaten namens Viktor öffentlich foltern, der sich als Christ zu Jesus als seinem Herrn bekannte. Da sei eine junge Frau – erst 16 Jahre alt – zu ihm hingetreten und habe ihm Trost und Mut zugesprochen. Je nach Überlieferung war es die Frau des Gefolterten oder die Braut eines Kameraden. Damit outete auch sie sich als Christin, wurde gefangengenommen und verhört. Im Verhör bekannte sie standhaft und treu ihren christlichen Glauben. Da sie sich nicht davon abbringen ließ, musste sie selbst ein ganz schreckliches Martyrium erleiden: Ihre Füße wurden an die Spitzen von zwei zur Erde gebeugten Palmen gebunden. Als die Bäume zurück und nach oben schnellten, wurde die junge Frau bei lebendigem Leib zerrissen.

 

Andere Quellen geben als Ort ihres Martyriums Damaskus, Alexandria in Ägypten oder Sizilien an. Anschließend sollen die Reliquien nach Zypern gelangt sein. Seit dem neunten Jahrhundert werden sie in Feltre, das zur Region Venetien in Norditalien gehört, aufbewahrt. Sie wurden 1943 und 1981 kirchlich untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass es sich bei ihnen um die sterblichen Überreste eines Mannes und einer Frau handelt. Durch Pflanzenpollen, die bei der Untersuchung gefunden wurden, konnten die Reliquien auf das zweite Jahrhundert datiert und ihre Herkunft aus dem Mittelmeerraum bestätigt werden.

 

Die heilige Corona ist die Patronin des Geldes, der Fleischer und der Schatzsucher. Das Patronat in Geldangelegenheiten verdankt sie ihrem Namen. Wie bereits erwähnt, bedeutet er auf Deutsch „Krone“, welches in verschiedenen Ländern die Bezeichnung für eine Währung darstellte.

 

Der heiligen Corona sind auch verschiedene Wallfahrten gewidmet. „Corona-Wallfahrten“ gibt es bis heute in St. Corona am Schöpfl (Wienerwald), in St. Corona bei Staudach (Niederbayern) und in St. Corona am Wechsel (Niederösterreich).

Aus Corona am Wechsel ist auch ein Wallfahrtslied überliefert: „Corona hoch erhoben aus diesem Erdental“, das auf die Melodie des Kirchenliedes „Gelobt sei Jesus Christus in alle Ewigkeit“ gesungen wird. Aus Corona am Wechsel wird auch von Anrufungen der jugendlichen Märtyrerin um Standhaftigkeit im Glauben und bei Bitten gegen Unwetter und Missernte berichtet.

 

Im Straßburger Münster ist Corona auf einem Bleiglasfenster des 14. Jahrhunderts in langem Kleid, mit Mantel und Schleier dargestellt, die Märtyrerpalme in der Linken. – Den Gedenktag der heiligen Corona begeht die Kirche am 14. Mai. Interessant ist, dass Corona auch in der orthodoxen Kirche als Heilige verehrt wird.

 

„Heilige Corona hilf uns und bitte für uns! Steh uns bei in diesen schweren Zeiten! Bewahre und beschütze uns in jeder Not und Gefahr!“

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