Exerzitien mit P. Pius

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Thomas

(2. Ostersonntag Lesejahr B; Joh. 20, 24 - 29)

 

Acht Tage sind nun rum.

Acht Tage nach der Katastrophe.

Acht Tage nach seinem schmählichen Ende am Kreuz.

 

Doch es kommt keine Ruhe rein.

Was reden die da alle?

Warum lässt man ihn nicht?

Warum hakt man das Kapitel nicht ab?

Ich versteh das nicht.

 

Erst macht Maria Magdalena den Petrus verrückt.

Und der rennt dann auch noch mit zum Grab.

Ist der Leichnam Jesu wirklich weg?

Ja, wo soll er denn sein?

 

Für mich ist die Episode mit Jesus vorbei.

Aus und vorbei.

Abhaken!

Alles andere bringt nichts.

Alles andere sind Hirngespinste.

Warum kapieren die das nicht?

 

Und jetzt reden sie schon von Engeln am Grab.

Was soll das?

Lasst es doch gut sein!

Er ist gestorben und wurde begraben.

Von da ist noch keiner zurückgekommen.

Tot ist tot.

 

Aber die scheinen alle durchzudrehen.

Was für ein Blödsinn!

Durch verschlossene Türen soll er gekommen sein!

Wo gibt’s denn so was!

 

„Thomas, der Herr lebt“,

haben sie mir zugerufen.

„Er ist uns erschienen.“

Der Friede sei mit euch! habe er gesagt.

Und ihnen seinen Geist geschenkt.“

 

Was soll das?

Ich bin total durch den Wind.

Warum machen die das mit mir?

Und was macht das mit mir?

 

Wie gern würde ich es glauben!

Wenn es doch wahr wäre, das mit der Auferstehung!

 

Aber hat er es uns zu seinen Lebzeiten nicht gesagt?

Hätte ich doch nur besser zugehört!

 

Doch wir waren immer so mit uns selbst beschäftigt.

Wer von uns der Größte ist?

Wer die Ehrenplätze in seinem Reich bekommt?

Darum ging es uns.

Ehrgeiz, Geltungsdrang, Machtstreben

beherrschten uns.

 

Nun ist er gestorben.

Weg. Genommen.

Und wir haben ihn allein gelassen.

Auch ich.

Ich bin schon ein toller Freund!

 

Wie gern würde ich ihn sehen!

Wie schön wäre es,

meine Hoffnung und all das, was ich in ihn reingelegt habe,

wieder zu bekommen.

Alles ist weg. Gähnende Leere.

Eine Riesenenttäuschung.

 

Ich will realistisch sein.

Mir nichts vormachen.

Mir nichts einbilden.

Niemandem auf den Leim gehen.

Nicht noch einmal enttäuscht werden!

 

Doch ich merke:

die haben mich ganz schön durcheinander gebracht

mit ihrem Gerede von Erscheinung.

 

Warum kann ich nicht glauben?

Hat er nicht oft gefragt: „Wo ist euer Glaube?“

Und gesagt: „Wäre euer Glaube so groß wie ein Senfkorn…“

Meiner ist noch kleiner. Meiner ist nicht einmal ein Staubkorn.

 

Aber ich war schon immer ein Skeptiker, ein Zweifler.

Ich will und brauche Beweise.

Ich will mit eigenen Augen sehen

und mit eigenen Händen berühren.

Einfach mich selbst überzeugen.

Sonst glaube ich nicht.

Da können die anderen sagen, was sie wollen

und machen, was sie wollen.

 

Herr, gib auch mir deinen Heiligen Geist!

Hilf mir glauben! Und vergib mir meinen Unglauben!

Stoß mich doch an, Herr! Komm mir entgegen!

Lass mich dich erfahren! Nimm mich an und heile mich!

Herr, ich möchte glauben! Hilf meinen Unglauben!

Komm! Richte mich auf! Rette und befreie mich!

 

 

Fortsetzung: Johannes-Evangelium: 20, 24 - 29

 

Evangelium

Acht Tage darauf kam Jesus bei verschlossenen Türen und trat in ihre Mitte

+Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

24Thomas, der Dídymus – Zwilling – genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.

25Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.

26Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

27Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

28Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

29Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

 

 

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