Erste Lesung
In Israel gab
es viele Aussätzige, aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer
Naaman (Lk 4, 27)
Lesung
aus dem zweiten Buch der
Könige
1Náaman, der
Feldherr des Königs von Aram, galt viel bei seinem Herrn und war
angesehen; denn durch ihn hatte der Herr den Aramäern den Sieg
verliehen. Der Mann war tapfer, aber an Aussatz erkrankt.
2Nun hatten die
Aramäer bei einem Streifzug ein junges Mädchen aus dem Land Israel
verschleppt. Es war in den Dienst der Frau Náamans gekommen.
3Es sagte zu
seiner Herrin: Wäre mein Herr doch bei dem Propheten in Samária! Er
würde seinen Aussatz heilen.
4Náaman ging zu
seinem Herrn und meldete ihm: Das und das hat das Mädchen aus Israel
gesagt.
5Der König von
Aram antwortete: So geh doch hin; ich werde dir ein Schreiben an den
König von Israel mitgeben. Náaman machte sich auf den Weg. Er nahm zehn
Talente Silber, sechstausend Schekel Gold und zehn Festkleider mit
6und überbrachte
dem König von Israel das Schreiben. Es hatte folgenden Inhalt: Wenn
jetzt dieser Brief zu dir gelangt, so wisse: Ich habe meinen Knecht
Náaman zu dir geschickt, damit du seinen Aussatz heilst.
7Als der König
von Israel den Brief gelesen hatte, zerriss er seine Kleider und rief:
Bin ich denn ein Gott, der töten und zum Leben erwecken kann? Er schickt
einen Mann zu mir, damit ich ihn von seinem Aussatz heile. Merkt doch
und seht, dass er nur Streit mit mir sucht!
8Als der
Gottesmann Elíscha hörte, der König von Israel habe seine Kleider
zerrissen, ließ er ihm sagen: Warum hast du deine Kleider zerrissen?
Náaman soll zu mir kommen; dann wird er erfahren, dass es in Israel
einen Propheten gibt.
9So kam Náaman
mit seinen Pferden und Wagen und hielt vor dem Haus Elíschas.
10Dieser schickte
einen Boten zu ihm hinaus und ließ ihm sagen: Geh und wasch dich
siebenmal im Jordan! Dann wird dein Leib wieder gesund und du wirst
rein.
11Doch Náaman wurde zornig. Er ging weg und sagte: Ich
dachte, er würde herauskommen, vor mich hintreten, den Namen des Herrn,
seines Gottes, anrufen, seine Hand über die kranke Stelle bewegen und so
den Aussatz heilen.
12Sind nicht der
Abána und der Parpar, die Flüsse von Damáskus, besser als alle Gewässer
Israels? Kann ich nicht dort mich waschen, um rein zu werden? Voll Zorn
wandte er sich ab und ging weg.
13Doch seine
Diener traten an ihn heran und redeten ihm zu: Wenn der Prophet etwas
Schweres von dir verlangt hätte, würdest du es tun; wie viel mehr jetzt,
da er zu dir nur gesagt hat: Wasch dich und du wirst rein.
14So ging er also
zum Jordan hinab und tauchte siebenmal unter, wie ihm der Gottesmann
befohlen hatte. Da wurde sein Leib gesund wie der Leib eines Kindes und
er war rein.
15aNun kehrte er
mit seinem ganzen Gefolge zum Gottesmann zurück, trat vor ihn hin und
sagte: Jetzt weiß ich, dass es nirgends auf der Erde einen Gott gibt
außer in Israel.
In der Lesung hören wir
heute die sehr schöne Erzählung von einer Heilung, die Heilung des
Syrers Naaman, eines Ausländers, eines Heiden. Naaman war Minister in
Syrien und an Aussatz erkrankt.
In einer solchen Situation
greift man natürlich nach jedem Strohhalm. Man tut alles, was Rettung
und Heilung verspricht.
Naaman folgt einem Hinweis
seiner Sklavin, eines jungen Mädchens aus Israel, das in seinem Haus
Dienst tut. Dieses meint, ein Prophet in ihrer Heimat, könne ihn heilen.
Aber nicht alles läuft
reibungslos und glatt.
Naaman, ausgerüstet mit
einem Empfehlungsschreiben seines Königs und mit vielen, kostbaren
Geschenken landet mit seinem großen Gefolge zunächst gar nicht beim
Gottesmann in Israel, sondern beim König des Landes. Dieser fühlt sich
total überrumpelt und überfordert. Er reagiert misstrauisch. „Bin ich
denn Gott, dass ich tot und lebendig machen kann?“ fragt er. Ja, er
wittert sogar Streitsucht und Kriegshändel.
Auch beim Gottesmann
Elischa läuft für Naaman nicht alles wie erwartet. Zunächst wird er, als
er mit seinem prächtigen Pferdegespann vorfährt, vom Propheten gar nicht
begrüßt. Er erhält vielmehr von seinem Diener Anweisungen.
Naaman hofft, hofiert und
umbuckelt zu werden und wird ganz kühl, ganz reserviert und distanziert
behandelt. Das erbost ihn.
Außerdem hat er sich den
Heilungsvorgang ganz anders, vorgestellt. Er ist so vor den Kopf
gestoßen und erzürnt, dass er auf dem Absatz kehrt machen und auf die
Heilung verzichten will.
Doch seine Diener reden
ihm zu. Und es gelingt ihnen, Naaman umzustimmen. Er tut nun, was der
Prophet sagt.
Trotz aller Bedenken und
Enttäuschungen lässt er sich ein.
Er verschließt sich nicht
länger.
Siebenmal taucht er, wie
der Prophet es fordert, in das Wasser des Jordan ein und wird
vollständig gesund.
Naaman wird vom Aussatz
geheilt, weil er dem Wort des Propheten gehorcht. Und er kommt zum
Glauben an den Gott Israels.
Nicht nur eine Heilung,
sondern auch eine Bekehrung hat stattgefunden.
Im Evangelium heute hält
Jesus seinen jüdischen Landsleuten den Glauben dieses Mannes, den
Glauben eines Heiden als Beispiel entgegen. Ebenso das Beispiel einer
Frau, auch einer Ausländerin und Heidin, das gläubige Vertrauen der
Witwe von Sarepta.
Jesus hat in seiner
Heimatstadt Nazareth seine erste Predigt gehalten. Nach anfänglicher
Zustimmung gibt es heftigen Widerspruch, ja Ablehnung. Aber gerade
dadurch geht sein heilendes Wort, seine rettende Tat über die Grenzen
Israels hinaus zu allen Menschen.
Jesus erinnert in dieser
Situation seine Landsleute daran, dass Gott auch zu früheren Zeiten
schon zu den Heiden gegangen ist, wenn er und wo er mit seiner Botschaft
bei seinem Volk auf verschlossene Türen und Herzen gestoßen ist.
Ablehnung durch Menschen
kann Gottes Plan nicht zunichtemachen. Seine Liebe ist stärker als alle
Macht des Bösen und findet Wege des heiles und der Rettung.
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