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Als es Abend wurde ... zum Evangelium am PMittwoch der 6. Woche der Fastenzeit; Mt 26, 14 - 25
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Die frühe christliche Gemeinschaft hat nie versucht, eine sehr
schwierige Realität zu verbergen: dass Jesus von einem seiner eigenen
Jünger, von seinem engen Freund, verraten wurde. Ich habe immer
gefunden, dass die Evangelien darüber mit bemerkenswerter Ehrlichkeit
sprechen. Derjenige, der Christus verraten sollte, war kein entfernter
Feind, sondern jemand, der den Weg mit ihm geteilt hatte, jemand, der am
selben Tisch gesessen und vom selben Teller g Als Jesus
beim Mahl ankündigt, dass einer der Anwesenden ihn verraten wird,
berichtet das Matthäus-Evangelium, dass die Jünger zutiefst beunruhigt
sind. Der Schock des Verrats sitzt tief, denn er kommt aus einem Kreis
des Vertrauens. Er ist nicht nur für den Verratenen schmerzhaft, sondern
für jeden, der Zeuge des Verrats wird. Viele von uns kennen diese
Erfahrung selbst; die Traurigkeit, wenn das Vertrauen gebrochen wird,
wenn im Vertrauen gesprochene Worte gegen uns gerichtet werden. Und es
macht uns traurig, wenn dies geschieht. Doch die
Karwoche offenbart etwas Größeres als den Verrat. Der Verrat, der zum
Kreuz führte, hatte nicht das letzte Wort. Gott hatte es. Durch die
Auferstehung verwandelte Gott den dunkelsten Moment menschlicher Untreue
in den Beginn des Heils. Diese heiligen Tage laden uns ein, darauf zu
vertrauen, dass keine schmerzhafte Erfahrung, wie schwer sie auch
erscheinen mag, außerhalb der Reichweite der erlösenden Gnade Gottes
liegt. Selbst im Schatten eines jeden Verrats, den wir erleben, ist Gott
da, um uns zu helfen. Das Gemälde
des walisischen Künstlers Christopher Williams zeigt den dramatischen
Moment, der im Johannesevangelium beschrieben wird, als Judas Iskariot
das letzte Abendmahl heimlich verlässt. Die gesamte Szene wird von
Dunkelheit beherrscht, die visuell die eindringliche Zeile des
Evangeliums widerspiegelt: “Als es Abend wurde …”. Judas tritt vom Tisch
weg in den Schatten, hinter einen Vorhang, seine Gestalt wird von einem
schmalen Lichtstrahl erfasst, der sein besorgtes Gesicht und seine
angespannte Körperhaltung zeigt. In der Hand hält er den Geldbeutel mit
den Münzen, die ihm als Belohnung für den Verrat gegeben wurden. Das
Gemälde wird so zu einer Meditation über die menschliche Freiheit: Wie
kann jemand, der so eng mit Jesus verbunden war, sich dennoch
entscheiden, in die Nacht zu gehen. Christian Art
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