Exerzitien mit P. Pius

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Die suchende Frau - ein Bild für Gott

Gedanken zu Lk 15, 8 - 10

von Sr. Ingrid Grave OP

 

Sicher ist Ihnen auch schon mal passiert, dass sie etwas Wichtiges verloren haben, einen Schlüssel, eine größere Banknote, ein wichtiges Dokument oder was auch immer.

Dann wissen Sie, wie das ist, wenn man sucht und sucht, alle Schubladen durchwühlt und dann das Verlorene endlich findet.

Welch eine Erleichterung!

 

Eine solche Geschichte findet sich auch in der Bibel.

Es geht um eine Frau und um eine Drachme. Eine Drachme war in der damaligen Währung ein Geldstück von hohem Wert.

 

Eines Tages bemerkt die Frau, dass sie von ihren 10 Drachmen eine verloren hat. Jetzt tut sie das, was wir alle kennen:

Die Frau beginnt zu suchen und stellt dabei das ganze Haus auf den Kopf. Das ist an sich natürlich und selbstverständlich.

 

In dieser Geschichte aber erhält die Sucherei eine außergewöhnliche Bedeutung. Jesus erzählt die Geschichte nämlich in einem bestimmten Zusammenhang. Er spricht von seinem Gottesbild.

Er erzählt den Leuten, wie er sich Gott vorstellt, wie er Gott erfahren hat.

 

Gott, so sagt er, verhält sich wie eine Frau, die etwas ganz Kostbares verloren hat und nun unermüdlich danach sucht.

Hier in der Geschichte ist es ihre Drachme. Und es wird dann ziemlich genau beschrieben, wie die Frau es anstellt, um ihre Drachme wieder zu finden: Sie zündet eine Lampe an, um in alle Ecken und Winkel hineinzuleuchten; sie holt einen Besen, um sorgfältig jedes Zimmer auszukehren. Ja, das ganze Haus kehrt sie aus, und ich stelle mir vor, wie sie auch den Kehricht auf ihrer Schaufel noch einmal genauestens anschaut.

 

Die Frau ist ein Bild für Gott, sagt Jesus. So wie diese Frau ihre Drachme sucht, so sucht Gott den einzelnen Menschen.

Und Jesus hebt hervor: Hier geht es vor allem um den Menschen, der im Leben gestrauchelt ist, der herausgefallen ist aus dem Netz des Guten, der für die menschliche Gesellschaft verloren erscheint.

Wer hat sich nicht schon mal verhaspelt im Leben? Sich mit Schuldgefühlen gequält? Sich allein gefühlt, verloren und im Abseits! – Genau diese Phasen und Momente im Leben sind gemeint. Da geht Gott auf die Suche wie eine Frau, die ihre Drachme verloren hat.

 

Etwas haben wir Menschen der Drachme voraus: Wir haben eine Stimme und können rufen oder auch nur wimmern: Hier bin ich, Gott, hier ganz zuunterst unter dem Kehricht und Schutt meines Elends! – Wetten, Gott hätte uns so manches Mal etwas schneller gefunden, wenn wir auch ganz leise nur uns gemeldet hätten.

 

Doch die Geschichte von der Frau und der verlorenen Drachme ist noch nicht zu Ende. Als die Frau endlich ihr Geldstück gefunden hat, ist sie außer sich vor Glück. Sie ruft all ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen: „Freut euch mit mir, ich habe die Drachme gefunden!“ Und sie gibt ein Fest.

 

Das ist ein Bild für Gott und seinen Himmel.

So wie die Frau ihre Drachme gesucht hat, so sucht Gott den Menschen. Und jeder Mensch, der sich wie die verlorene Drachme finden lässt, löst im Himmel ein Fest aus und auf der Erde vermehrt er sein und andrer Glück.

Wer möchte da nicht dabei sein!

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