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Umsonst und im Überfluss - Gottes Einladung zum Leben zur Ersten Lesung und zum Evangelium am 18. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A; Jes 55, 1- 3 bzw. Mt 14, 13 - 21
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Erste Lesung Kommt und
esst! Lesung aus dem
Buch Jesája So spricht
der Herr:
1Auf,
alle Durstigen, kommt zum Wasser! Die ihr kein Geld habt, kommt, kauft
Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld und ohne Bezahlung Wein und
Milch!
2Warum
bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt, und mit dem Lohn eurer
Mühen, was euch nicht satt macht? Hört auf mich, dann bekommt ihr das
Beste zu essen und könnt euch laben an fetten Speisen!
3Neigt
euer Ohr und kommt zu mir, hört und ihr werdet aufleben! Ich schließe
mit euch einen ewigen Bund: Die Erweise der Huld für David sind
beständig.
Evangelium Alle aßen
und wurden satt
+
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus In jener
Zeit,
13als
Jesus hörte, dass Johannes enthauptet worden war, zog er sich allein von
dort mit dem Boot in eine einsame Gegend zurück. Aber die Volksscharen
hörten davon und folgten ihm zu Fuß aus den Städten nach.
14Als
er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen und
heilte ihre Kranken.
15Als
es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist
abgelegen und es ist schon spät geworden. Schick die Leute weg, damit
sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen!
16Jesus
aber antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen!
17Sie
sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische hier.
18Er
antwortete: Bringt sie mir her!
19Dann
ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die
fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den
Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben
sie den Leuten
20und
alle aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrig gebliebenen
Brotstücke ein, zwölf Körbe voll.
21Es
waren etwa fünftausend Männer, die gegessen hatten, dazu noch Frauen und
Kinder. Liebe
Schwestern und Brüder! Haben Sie
heute Morgen schon gefrühstückt? Vermutlich ja. Unser physischer Hunger
ist erst einmal gestillt. Und dennoch kennen wir alle eine andere Form
von Hunger. Einen Hunger, den man nicht mit Brot, Müsli oder Kaffee
beruhigen kann. Es ist der
Hunger nach Anerkennung, der Durst nach echtem Verstanden-Werden, die
Sehnsucht nach Frieden, nach Sinn und nach einer Liebe, die nicht an
Bedingungen geknüpft ist.
Wir leben in einer Welt, in der uns ständig
eingeredet wird: „Du musst Leistung
bringen, um dir dein Brot zu verdienen. Nichts im Leben ist umsonst.“
Wir rennen, wir kaufen, wir arbeiten – und oft bleibt die Seele doch
leer. – In genau diese Erschöpfung hinein sprechen die heutigen
Schrifttexte verheißungsvolle und befreiende Worte Gottes.
Schauen wir auf die erste Lesung beim Propheten Jesaja.
Da ruft Gott uns zu:
„Auf, ihr Durstigen, kommt zum Wasser! Auch
wer kein Geld hat, soll kommen! Kauft Wein und Milch ohne Geld und ohne
Bezahlung!“
Das widerspricht allem, wie unsere Welt
funktioniert. Auf dem Marktplatz des Lebens gilt: Keine Leistung – keine
Ware! Doch Jesaja stellt eine entscheidende Frage, die uns auch heute
den Spiegel vorhält: „Warum bezahlt
ihr mit Geld, was euch nicht nährt, und mit dem Lohn eurer Mühen, was
euch nicht satt macht?“ Wie oft
investieren wir unendlich viel Energie in Dinge, die uns letztlich leer
zurücklassen? In Status, in Konsum, in die Fassade nach außen. Gott lädt
uns ein, auf ihn zu hören und uns ihm zuzuwenden. Bei ihm gilt nicht das
Prinzip des Tausches, sondern das Prinzip der Gnade. Das, was unsere
Seele wirklich satt macht – Liebe, Vergebung, Heimat bei Ihm –, gibt es
umsonst. Diese
prophetische Vision des Jesaja wird im heutigen Evangelium buchstäblich
Fleisch und Blut. Jesus zieht
sich an einen einsamen Ort zurück. Er ist traurig über den Tod Johannes
des Täufers. Er sucht Stille. Doch die Menschen folgen ihm. Sie hungern
nach seinen Worten, nach seiner Nähe, nach Heilung. Und was tut Jesus?
Er weist sie nicht ab. Es packt ihn vielmehr Mitleid. „Und er heilte
ihre Kranken“, so heißt es.
Als es Abend wird, schlägt die Stunde der
Jünger. Sie denken rational, nach der Logik des Marktes:
„Schick die Menschen weg, damit sie in die
Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.“
Das ist die Logik des Mangels und des Geldes. Jeder sorgt für sich
selbst.
Doch Jesus durchbricht diese Logik radikal.
Er sagt: „Sie brauchen nicht
wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen!“
Die Jünger sind ratlos.
„Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische.“
Das ist fast nichts für fünftausend Männer, Frauen und Kinder. Und jetzt
passiert das Entscheidende, das die Brücke zu Jesaja schlägt: Jesus
nimmt dieses fast Nichts. Er sieht nicht auf den Mangel, sondern er
blickt auf zum Himmel, dankt und segnet die Gaben. Er verbindet das
Wenige der Erde mit der Fülle des Himmels.
Und das Wunder geschieht im Teilen. Es wird
nicht einfach nur so geteilt, dass jeder ein winziges Krümelchen erhält,
um gerade so zu überleben. Nein, der Text betont:
„Sie aßen alle und wurden satt.“
Und am Ende bleiben sogar noch zwölf Körbe voll übrig! Zwölf Körbe – ein
Symbol für die Fülle, für die zwölf Stämme Israels, für die ganze
Kirche. Hier
erfüllt sich, was Jesaja versprochen hat: Bei Gott gibt es Nahrung im
Überfluss, ohne Geld und ohne Bezahlung. Die Fünftausend mussten keine
Eintrittskarte kaufen und kein Geld für das Brot hinlegen. Sie mussten
nur da sein, empfangen und teilen. Liebe
Schwestern und Brüder! Was
bedeutet das für uns heute? Was können wir in unseren Alltag mitnehmen? Erstens:
Bringen wir unseren Mangel zu Jesus.
Die Jünger dachten, ihre fünf Brote und zwei
Fische seien zu wenig. Oft denken wir das von uns auch:
„Meine Geduld reicht nicht aus. Meine Liebe
ist zu klein. Meine Kraft ist am Ende.“
Jesus sagt nicht: Bring mir erst die perfekte Fülle. Er sagt: Bring mir
das, was du hast – so wenig es auch sein mag. In seinen Händen kann das
Wenige groß werden. Zweitens:
Denken wir in der Logik der Fülle, nicht des Mangels. Gott ist
kein Knauserer. Er misst seine Gnade nicht mit der Waagschale ab. Wenn
wir aus der Quelle seiner Liebe schöpfen, müssen wir keine Angst haben,
dass für uns nichts übrigbleibt, wenn wir mit anderen teilen. Wer Liebe
verschenkt, verliert sie nicht, sie vermehrt sich. Drittens:
Die Eucharistie als Vorgeschmack. Gleich
feiern wir hier am Altar Eucharistie. Es ist die direkte Fortsetzung des
Evangeliums und der Vision des Jesaja. Wir bringen ein wenig Brot und
Wein – Symbole unserer alltäglichen Mühe. Und Gott verwandelt sie in die
Speise des ewigen Lebens. Wir treten an den Altar, ohne dafür bezahlen
zu müssen. Wir empfangen Christus umsonst – als Geschenk, das uns im
Tiefsten satt macht. Liebe
Schwestern und Brüder! Lassen wir
uns heute neu einladen! Hören wir auf, unser Herz an das zu hängen, was
nicht satt macht! Vertrauen wir darauf, dass der Gott, der damals die
Fünftausend in der Wüste speiste, auch den Hunger unserer Seele heute
stillen will – überfließend, bedingungslos und voller Liebe.
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