Exerzitien mit P. Pius

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Simeon und das Jesuskind

(Bildmeditation zu einem Bild von Walter Habdank) 

Zwei Gesichter und drei Hände sind zu sehen.

Simeons Hände sind groß. Die Finger überlang, von Gicht gezeichnet.

Sie halten das Kind.

Sorgsam, behutsam schließen sie sich um den kleinen Leib.

Jeder Finger fasst mit zu.

Die Linke drückt das Köpfchen sanft an die Wange.

Er selber neigt seinen Kopf zum Kind hin.

 

Voller Gegensätzlichkeit sind die beiden Gesichter:

Simeons Gesicht ist dunkel, verwelkt, von vielen Furchen gezeichnet.

Die Erfahrungen eines langen Lebens haben Spuren hinterlassen

und Falten eingemeißelt.

 

Simeon ist alt geworden im Warten auf Jesus.

Aber das Gesicht ist offen, ohne Verbitterung.

Es drückt Güte und Liebe aus.

Eine Freude liegt auf dem Gesicht.

Ein Strahlen von innen her verklärt die Last der Jahre.

Um den Mund ist ein Lächeln und verrät Glück.

 

Alles freut sich:

die Augen, der Mund, die Nase und die Hände.

Freude geschauter Hoffnung und Frieden erlöster Sehnsucht.

 

Das Kind selbst fühlt sich in den Händen und auf den Armen des Mannes geborgen.

Ohne Scheu berührt es mit der linken Hand den Mund bzw. Kinn und Bart des Mannes.

 

Beide bilden eine innige Einheit.

Zwischen beiden besteht eine zarte Vertrautheit.

 

Dieses Kind, das Licht der Welt, ist zu ihm gekommen.

Und er ist mit seinem Leben bei diesem Kind angekommen.

So kann er das Abendgebet seines Lebens sprechen.

„Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast in Frieden scheiden...“

 

Das Kindergesicht strahlt hell und offen.

Aber es ist ernster als das Gesicht des Greises.

Der Blick geht in die Ferne, dem Betrachter des Bildes entgegen.

Die Lippen sind entschieden geschlossen, des Redens noch unkundig.

 

Als Zwölfjähriger wird dieser Knabe mit den Schriftgelehrten diskutieren.

Noch später wird von Jesus gesagt, dass er spricht wie einer der Vollmacht hat.

Voll göttlicher Macht verkündet er eine ganz neue Lehre.

 

Das Kind schenkt dem Greisen von seinem eigenen Leuchten

und zeichnet es in das alt gewordene Gesicht des Mannes:

 

Seliger Austausch zwischen Gott und Mensch,

zwischen dem Schöpfer und seinem Geschöpf.

 

Das Kind sieht mich an, es sieht dich an.

 

Es ist als wollte es sagen:

Ich kenne dich. Kennst du auch mich.

Ich liebe dich. Hast du mich auch lieb?

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