Exerzitien mit P. Pius

Sie sind hier: Startseite Bildmeditationen Advent / Weihnachten Sich auf-machen wie Josef

             Was ist neu powered by crawl-it
Startseite
Jahresprogramm
Vorschau
Predigten
Vorträge
Bildmeditationen
   Advent / Weihnachten
   Karwoche / Ostern
   Pfingsten / Heiliger Geist
   Christusbegegnung
   Heilige
   Weg - Sinn - Ziel
Geistliche Impulse
Persönliches
Fotogalerie
Kontakt
Links
 
 
 
 

Sich auf-machen wie Josef

(Bildmeditation zu einer Bronzestatue von Hilde Schürk-Frisch) 

„St. Josef“ nennt die Künstlerin Hilde Schürk-Frisch aus Münster diese Bronzestatue. Wer hätte das gedacht?

Eher hätte man wohl einen Propheten, Hirten, Pilger oder vielleicht auch Johannes den Täufer vermutet.

Vom hl. Josef sind uns ganz andere Bilder vertraut. Ein neuer Josef kommt uns hier entgegen.

 

Der Josef, wie er hier vor uns steht, hält inne und hört.

Er ist ganz Ohr. Er vergrößert das Ohr noch mit der Hand,

um noch besser zu hören, um ja nichts zu überhören.

 

Was hört er? Was er-lauscht er?

Was er hört, meint ihn, betrifft ihn. Es geht ihn an.

 

Josef: ein Lauschender, der ganz Ohr ist.

Inmitten vieler Stimmen öffnet er sich für die Stimme Gottes, für Gottes Ruf.

 

Aber auch sonst kennzeichnet diese Josefsgestalt Offenheit.

Seine Augen sind weit geöffnet, fast aufgerissen.

Sind sie erschrocken, erstaunt? Oder beides zugleich?

 

Der ganze Mensch ist offen und empfangsbereit.

Das Gewand macht den Leib zur offenen Schale.

 

Josef trägt einen Stab in der Hand.

Der Stab erinnert an Aufbruch, sich auf den Weg machen, unterwegs sein.

Der Stab erinnert an die vielen und langen Wege, die Josef zu gehen hatte:

von Nazareth nach Bethlehem, die Herbergssuche, die Flucht nach Ägypten und wieder zurück nach Galiläa. Dann der Pilgerweg nach Jerusalem.

 

Doch zunächst hält Josef inne und hört und lauscht.

Noch ist er gesammelte Aufmerksamkeit.

Noch vernimmt er Weisung und empfängt Auftrag und Sendung.

 

Und schon ist er bereit zu gehen.

Die Haltung der Füße und die Bewegung der Knie zeigen es.

Er wird gehen. Er wird umsetzen, was er hört. Er wird ausführen, was er vernimmt. Er wird dem Ruf folgen, der an ihn ergeht.

Inmitten vieler Möglichkeiten lässt er sich ein auf den Weg der Verheißung.

 

Im Psalm 23 betet Josef:

„Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil;

denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.“

 

Josef hört, horcht und gehorcht. Er hört und tut.

„Selig, die das Wort Gottes hören und danach handeln!“

 

Hören auf Gott bedeutet: Horchen, hinhorchen, hineinhorchen, er-horchen und dann handeln. Weil Josef sich auf-macht zum Hören, kann er sich auch auf-machen zum Gehen und Handeln.

 

Hören – horchen – gehorchen,

das ist der Dreischritt, den Josef uns vormacht und lehrt.

 

Hören, was Jesus sagt. Und tun, was Jesus sagt.

„Was er euch sagt, das tut!“ (Maria bei der Hochzeit zu Kana.)

 

„Lebe das, was du vom Evangelium begriffen hast

und sei es auch noch so wenig.“ (Roger Schutz)

 

Josef tut, was Gott ihm sagt, ohne Zögern und Nachfragen.

Er geht, wohin Gott ihn schickt, ohne Wenn und Aber.

Mehrmals heißt es von Josef: Er stand auf.

In sein Leben griff Gott oft ein.

Immer wieder neue Weisungen und Sendungen.

 

Ein Lied von Lothar Zenetti lautet:

„Worauf sollen wir hören, sag uns worauf?

So viele Geräusche, welches ist wichtig?

So viele Beweise, welcher ist richtig?

So viele Reden! Ein Wort ist wahr.

 

Wohin sollen wir gehen? Sag uns wohin?

So viele Termine, welcher ist wichtig?

So viele Parolen, welche ist richtig?

So viele Straßen! Ein Weg ist wahr.

 

Wofür sollen wir leben? Sag uns wofür?

So viele Gedanken, welcher ist wichtig?

So viele Programme, welches ist richtig?

So viele Fragen! Die Liebe zählt.“

 

Es braucht den Geist der Unterscheidung.

Und es braucht Stille und Schweigen.

 

Von Josef ist kein einziges Wort in der Heiligen Schrift überliefert.

Im Getöse der Worte, in der Flut der Stimmen, in Lärm und Hektik

weist er uns zum aufmerksamen Hören, zum Stillsein und Lauschen.

Inmitten vieler Worte und Reden weist er uns zum WORT.

 

In einem Lied heißt es:

„Schweigen möcht ich, Herr, dass ich deine Stimme unter vielen Stimmen hör.

Schweigen möchte ich und darüber staunen, dass du ein Wort für mich hast.“

 

Gebet (von Irmgard Mauch):

„Gott, schenke mir

ein Ohr, das zu lauschen weiß,

Augen, die offen und wach sind,

ein Herz, das annimmt und aufnimmt,

einen Ruf, der mich gehorchen und aufbrechen lässt.“

   Druckansicht

 

Seitenanfang