Exerzitien mit P. Pius

Sie sind hier: Startseite Predigten Festtage von Heiligen Hochfest der ohne Erbsünde ...

             Was ist neu powered by crawl-it
Startseite
Jahresprogramm
Vorschau
Predigten
   Advent
   Weihnachten
   Fastenzeit und Karwoche
   Ostern
   Pfingsten
   Sonntage im Jahreskreis A
   Sonntage im Jahreskreis B
   Sonntage im Jahreskreis C
   Werktage im Kirchenjahr
   Besondere Anlässe
   Festtage von Heiligen
   Herrenfeste
   Marienpredigten
Vorträge
Bildmeditationen
Geistliche Impulse
Persönliches
Fotogalerie
Kontakt
Links
 
 
 
 
 

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Wir haben in der Lesung die Erzählung vom Sündenfall gehört. Diese Erzählung gehört zu den Urgeschichten der Bibel.

Sie gibt Antwort auf die Frage, woher kommt das Böse, das Leid, die Mühsal, die Not und der Tod.

Ist das alles ein Konstruktionsfehler des Schöpfers?

 

Die Bibel sagt klipp und klar: Nein!

Die Zerrissenheit der Welt, alle Gebrochenheit des Menschen kommt nicht von Gott.

Am Anfang war alles gut. Der Mensch war Partner Gottes.

Er hatte als Ebenbild Gottes eine einzigartige Würde.

Er besaß alles Notwendige in Fülle. Das Leben war paradiesisch.

 

Doch der Mensch wandte sich ab von Gott.

Er sagte sich los von ihm.

Er entschied sich in seiner Freiheit gegen Gott.

Er entschied sich für das verlockende Sein-wie-Gott.

Verblendet und verführt, suchte er alle Herrlichkeit und Erfüllung statt in Gott in sich selbst.

 

Das ist die Ursünde.

Durch sie kommt alle Zerrissenheit und Gebrochenheit, alle Störung und Unordnung.

Das Böse nistete sich ein in der Welt. Und kein Mensch ist davor gefeit.

Diesen Unheilszusammenhang nennen wir Erbsünde.

 

Wie kann der Mensch die Freundschaft mit Gott, die er im Ungehorsam verlor, wieder erlangen?

Wie kann die Zerrissenheit der Schöpfung, die der Mensch verursacht hat, wieder hergestellt werden?

Wie kann das Zerbrochene wieder heil und ganz werden?

 

Die Antwort kann nur lauten: Durch Umkehr und Gehorsam.

Der Mensch muss seine Blickrichtung wieder ändern.

Er muss sich wieder auf seinen Ursprung besinnen.

Er muss zu Gott, zum Leben zurückkehren.

Dann wird ihm Heil zuteil.

 

Das Heil wird ihm zuteil.

Es ist viel mehr Geschenk als Leistung.

Es ist viel mehr Gnade als Verdienst.

Der Mensch kann seine Gebrochenheit nicht selbst heilen.

Er kann und muss mitwirken.

Die eigentliche Rettung aber kommt von Gott.

 

Unser Dasein bleibt nur dann „elend“, wenn wir uns verweigern,

wenn wir uns dem Licht und der Gnade verschließen,

wenn wir auf die falsche Karte setzen,

wenn wir auf die Stimme des Bösen hören, statt uns dem Guten zu zuwenden,

wenn wir die eigenen und selbstherrlichen Wege gehen, statt die Wege Gottes,

wenn wir nicht denken, was Gott will, sondern was die Menschen wollen,

wenn wir uns verhärten und an uns selbst genug haben.

 

Dass Gott uns heilen will in der Wurzel unserer Existenz, das ist die Botschaft der Bibel.

Auch der sündige Mensch bleibt in der Hand des gnädigen Gottes.

Gott hört nicht auf, dem Verlorenen nachzugehen und dem Sünder seine Hand entgegenzustrecken.

„Gottes Gedanken“, so heißt es in einem Psalm, „gehen von Geschlecht zu Geschlecht, ihr Leben dem Tod zu entreißen und sie zu nähren in ihrem Hunger.“

 

Wie ein Freudensignal klingt der Satz durch die Erzählung vom Sündenfall:

„Feindschaft will ich setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachwuchs und ihrem Nachwuchs. Er wird dir den Kopf zertreten.“

Dieser Satz ist „UREVANGELIUM“, wirklich „Frohe Botschaft“, ein Wort der Hoffnung. Es weist hin auf künftiges Heil.

 

Frohe Botschaft, weil Gott selbst, trotz allem Bösen und gegen alles Böse, aus der unheilvollen Situation einen Weg zeigt.

 

Mitten im Strafspruch über unsere Stammeltern scheint das göttliche Erbarmen auf.

Ein Lichtschimmer dringt herein in das Dunkel der Sünde, ein Morgenrot der Hoffnung.

 

Die Situation ist nicht ausweglos. Sie ist nicht total verfahren.

Es gibt Rettung. Der Verlust des Paradieses ist bei Gott kein irreparabler Totalschaden. Der Sieg des Bösen ist nicht endgültig.

Das Wort der Hoffnung in der Sündenfallgeschichte verheißt einen Sieger, gleichsam einen zweiten Adam, der das Heil bringt für alle.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Wir Christen glauben:

Jesus ist der von Gott gesandte Retter und Heilsbringer.

Er hat durch seinen Tod am Kreuz die ursprüngliche Freundschaft zwischen Gott und Mensch wiederhergestellt und so „der Schlange den Kopf zertreten“.

Er hat als Lamm Gottes die Schuld der Welt getragen, alle Sünde auf sich genommen und getilgt.

 

Jahrtausende wartete die Menschheit auf diesen Erlöser.

Immer heller durchstrahlt den dunklen Advent des Alten Testamentes die Hoffnung auf Rettung. Immer deutlicher wächst aus der Nacht die Lichtgestalt empor, die Gott als Morgenröte, als Stern der Hoffnung über das verschlossene Tor des Paradieses setzte: „Seht, die Jungfrau wird empfangen...“

 

Gott holt die Menschen aus dem Kreislauf des Bösen.

In Maria hat er damit begonnen. Heute feiern wir ihr Fest.

 

Und das Geheimnis dieses Festes sagt:

Maria war keine Stunde und keine Sekunde in Schuld verstrickt.

Gott hat sie im Hinblick auf seinen Sohn auf einzigartige Weise ausgezeichnet, beschenkt, begnadet.

Er hat sie von Anfang an vor jeder Sünde bewahrt.

Maria: ein Lob der Gnade Gottes.

 

Der Immanuel, der „Gott mit uns“ wird geboren von ihr,

die nicht wie Eva den Tod, sondern das Leben gebiert,

die nicht Unheilsträgerin ist, sondern Heilsträgerin,

nicht Mutter der Schuldbeladenen, sondern Mutter des Erlösers

und Ersterlöste von allen Erlösten.

 

Unheil brachte das frevlerische Nein unserer Stammeltern gegenüber Gott. Heil brachte das Ja der Gottesmutter.

Unheil brachte der Ungehorsam gegenüber Gottes Ordnung.

Heil brachte der Gehorsam und Demutssinn Mariens

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Nicht die Strafe ist das letzte Wort im Sündenfall, sondern die Verheißung.

Das ist die erste Frohe Botschaft, die Ur-kunde aller Verkündigung:

Gottes Liebe und sein Erbarmen triumphiert über alle Sünde.

Seine Gnade ist größer als alle Schuld.

 

Mit dem Jawort der Jungfrau setzte Gott einen neuen Anfang.

Es ist wie ein neuer Morgen: hell und klar, voll Verheißung und ohne Bedrohung, voll Licht und ohne Dunkel.

 

Maria ist die Morgenröte des Heils.

Sie ist nicht selbst das Heil. Aber sie hat den Heiland geboren.

„Heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren, Christus der Herr.“

 

Für uns ist Maria ein Zeichen der Hoffnung:

Seit Ewigkeit sind wir erwählt als Kinder Gottes zu leben.

Er will auch unsere Gebrochenheit heilen.

Er will uns befreien aus der Umklammerung der Sünde.

Größer als alle Schuld ist seine Liebe.

Größer als die Sünde ist seine Barmherzigkeit, seine Gnade.

 

Maria, du voll der Gnade, du Rose ohne Dornen, du ganz Reine,

du Makellose, du All-heilige, du Ursache unserer Freude.

Mit dir preisen wir heute Gott und danken ihm, der so Großes an dir getan hat.

Sein Name ist heilig und werde von uns geheiligt. Er bewahre uns vor Verwirrung und Sünde.

Er befreie uns von allem Bösen. Er erhalte uns in seiner Gnade.

 

Heilige Maria, bitte für uns, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes!

Ja, bitte für uns hl. Gottesmutter, auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

   Druckansicht

 

Seitenanfang