Exerzitien mit P. Pius

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Michael, Gabriel, Raphael (Engel)

„Du bist ein Engel“ - so sagen wir manchmal zu anderen.

Wenn wir einen Mitmenschen einen Engel nennen, dann meinen wir damit - im übertragenen Sinn -: Du bist wunderbar, du hast mich überrascht mit deiner Güte und Freundlichkeit, du bist aufmerksam und zuvorkommend für mich gewesen. „Wenn ich dich nicht hätte!“

In der Bibel kommen Engel oft vor:

Da ist auf den ersten Seiten bereits die Erzählung vom Erzengel Michael. - Michael heißt: Wer ist wie Gott? Er kämpft gegen den Widersacher Gottes, der sich auflehnt gegen Gott, der sein will wie Gott - und besiegt das Böse. Eine tröstliche Botschaft für uns, die wir im Kampf des Lebens stehen, oft hin und her gerissen zwischen gut und bös. Den Engel Michael können wir in kritischen Situationen anrufen, wenn wir uns in einer Zwickmühle befinden, dass er uns hilft, in den Spannungen und Zerreißproben des Lebens den guten Kampf zu kämpfen.
Da ist sodann die Erzählung vom Erzengel Rafael. Er begleitete den jungen Tobias auf seinem Weg in die Fremde. Als Reisegefährte behütet und hilft er. Er ist der Prototyp des Schutzengels. Sein Name heißt übersetzt: „Gott heilt“. Mit seiner Hilfe erlangt der erblindete Vater von Tobias das Augenlicht wieder.
Im Erzengel Gabriel tritt der „angelos“, der Engel, zu deutsch „Bote“ im wahrsten Sinn des Wortes zutage. „Vertrauter Gottes“, so wird sein Name gedeutet. Er ist eingeweiht in die göttlichen Ratschlüsse und beauftragt, sie zu überbringen. Als Bote Gottes kommt er mit einer unerwarteten Nachricht, einer überraschenden Verheißung zu Maria. Sie soll Mutter Gottes werden.

Der Glaube an die Engel stützt sich ganz wesentlich auf das Zeugnis der Hl. Schrift.

Engel sind es, die bei der Geburt Jesu den Hirten die Kunde bringen: Heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren. Das Lied der Engel bei Bethlehem macht sich die Kirche bis heute im Gloria zu eigen.
Engel machen Josef im Traum aufmerksam, dass er mit Maria und dem Kind nach Ägypten fliehen soll, damit es den Mordplänen des Herodes entkommt.
Engel dienen Jesus, nachdem er in der Wüste 40 Tage gefastet und vom Teufel in Versuchung geführt worden war.
Ein Engel stärkt Jesus in seiner Angst am Ölberg.
Engel verkünden den Frauen und Jüngern am Grab: Jesus lebt. Er ist auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa.
In der Apostelgeschichte wird berichtet, wie ein Engel Petrus aus dem Gefängnis befreit.

Engel haben also eine wichtige Aufgabe:

Sie bringen zu uns Gottes Nähe. Sie sagen: Gott ist für euch da, er sorgt sich um euch, er schützt euer Leben!
Wir können auch sagen: Engel bedeuten für uns die beglückende Botschaft, dass Gott sich auf tausenderlei Weise mit uns befasst.
Das kommt auch darin zum Ausdruck, dass wir sagen: Jeder Mensch hat einen Schutzengel, der ihn führt und begleitet, der ihn aufmerksam macht auf das Gute und ihn warnt vor dem Bösen - in der Stimme des Gewissens.

Im Psalm 91 stehen darüber die wunderbaren Sätze:

„Gott befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen! Sie tragen dich auf ihren Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.“

Jesus selbst kommt einmal auf die Engel zu sprechen.

Er sagt: „Hütet euch eins von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines himmlischen Vaters!“ Das ist nicht nur von Kindern gesagt, sondern von allen, die gering geschätzt, unterdrückt und verachtet werden, die nichts gelten: Ihre Engel schauen das Angesicht Gottes. Gott selbst ist also ihr Garant. Er achtet auf sie. Ihr Recht ist bei Gott in treuer Hut.


Ich habe jetzt nur von der einen Aufgabe der Engel gesprochen. Die andere ist: Vor Gott zu stehen, ihn zu loben und zu preisen.

Die Engel stehen also vor Gottes Angesicht, sie rühmen seine Herrlichkeit, und nie endet ihr Lobgesang.
In jeder Messfeier beten oder singen wir „mit den Engeln und Erzengeln, den Thronen und Mächten, und mit all den Scharen des himmlischen Heeres den Hochgesang von Gottes Herrlichkeit.“

Im ersten Hochgebet der Messe bittet die Kirche:

„Dein heiliger Engel trage diese Opfergabe auf deinen himmlischen Altar vor deine göttliche Herrlichkeit.“


Ich weiß nicht, wie Ihre Beziehung zu den Engeln ist, ob sie überhaupt eine haben, ob die Engel eine Rolle spielen in ihrem religiösen Leben? Glauben Sie überhaupt an die Existenz von Engeln? In unser modernes Weltbild passen Engel ja nicht so recht.
Aber ist dieses Weltbild nicht sehr einseitig von den Naturwissenschaften geprägt, die sich nur mit dem Sichtbaren und Nachweisbaren beschäftigen?
Vielleicht denken Sie auch: mir genügt es, an Gott zu glauben, in der Gemeinschaft mit ihm zu leben und seinen Willen zu tun.
Sicher: der Glaube an die Engel gehört nicht zu den zentralen Lehren des christlichen Glaubens. Die Verehrung der Engel kann sogar entgleisen und übertrieben werden. - Ungut wird es, wenn die Verehrung der Engel den Blick auf die Mitte unseres Glaubens verstellt, auf Gott und auf seinen Sohn, Jesus Christus, der uns erlöst hat. - Wir verehren die Engel dann richtig, wenn unser Blick auf Gott gerichtet bleibt, wenn wir durch sie Gottes Macht und Größe - und Gottes liebende Sorge für uns tiefer begreifen.

In der Präfation von den hl. Engeln heißt es:

„Denn dir, o Gott, gereicht es zur Verherrlichung und zum Lob, wenn wir die Engel ehren, die du erschaffen hast. An ihrem Glanz und an ihrer Würde erkennen wir, wie groß und über alle Geschöpfe erhaben du selber bist...“ - Die Engel sind also Geschöpfe Gottes. Gottes Größe leuchtet in ihnen auf. Gottes Macht wirkt durch sie in unser Leben hinein. Gott selber wird verherrlicht in ihrer Verehrung.


Ich persönlich bin überzeugt, dass es hinter unserer vordergründigen Welt eine unsichtbare Wirklichkeit gibt, zu der auch die Engel gehören. Ich glaube, dass Gott viele Wege kennt, um uns nahe zu sein, um uns zu führen und zu leiten, um zu uns zu sprechen und uns seine Zuwendung zu schenken.
Der Glaube an die Engel hat für mich etwas Tröstliches und Frohmachendes. Er stärkt in mir die Gewissheit an die Gegenwart Gottes, der allzeit um uns in Sorge ist und ein leidenschaftliches Interesse an uns hat, an unserem Leben und unserem Heil.
Ich habe schon mehr als einmal nicht nur einfach Glück gehabt oder Dusel oder gar Schwein, sondern einen guten Schutzengel. Ich habe schon so wunderbar Hilfe erlebt, wo mir ganz klar war: diese Hilfe kommt nicht aus mir selber: Ich glaube, dass Gott uns gerade im Schutzengel ganz nahe ist und uns bei der Hand nimmt, über uns wacht und uns den Weg weist.

Ob wir die Engel, vor allem auch unseren Schutzengel, nicht viel zu wenig beachten, auf ihn hören und mit ihm rechnen im Alltag?

Die Gedenktage in der kommenden Woche können uns wieder an die Engel erinnern.
Vielleicht ist ihr Fest auch wieder Anlass, uns der Engel in Menschengestalt dankbar bewusst zu werden, Menschen, die für uns wie Engel sind. Ich kenne solche Menschen und begegne ihnen immer wieder.
Solche Menschen brauchen wir alle. Sie geben uns Kraft und Vertrauen. Sie helfen uns in Schwierigkeiten.
Vielleicht können die Festtage der Engel uns auch fragen lassen: Für wen bin ich wie ein Engel? Für wen könnte ich ein Bote Gottes sein, ein rettender, schützender, hilfreicher Engel.
Wo und wem gegenüber könnte ich durch meine Nähe die Nähe Gottes, durch meinen Trost den Trost Gottes, durch mein Erbarmen das Erbarmen Gottes sichtbar machen?
Und ein Mensch würde sich durch mich hineingenommen fühlen in Gottes schützende, bergende, heilende und liebende Gegenwart.

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