Exerzitien mit P. Pius

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Cyrillus und Methodius (14.02.)

„Apostel der Slawen“ werden die beiden Tagesheiligen Cyrillus und Methodius genannt. Papst Johannes Paul II., der erste Slawe auf dem Stuhl Petri, hat ihren Gedenktag zum Fest erhoben und ihnen 1980 den Ehrentitel „Patrone Europas“ gegeben.

 

Wer waren diese beiden Heiligen? Worin besteht ihr Zeugnis?

Wie sah ihr Leben und Wirken aus?

Inwiefern können sie auch für uns und die Kirche in unserer Zeit Wegweiser sein?

 

Cyrillus und Methodius waren Brüder, geboren in Saloniki.

Von Kindheit an kannten sie neben ihrer Muttersprache, Griechisch, auch die slawische Sprache, wie sie nördlich von Griechenland gesprochen wurde.

 

Methodius, der ältere der beiden, ging wie sein Vater in den kaiserlichen Dienst und war in jungen Jahren Statthalter im Gebiet der Slawen, das der Herrschaft Ostroms unterstand.

840 gab er seine politische Laufbahn auf und zog sich in ein Kloster am Fuße des Berges Olymp zurück.

Cyrill war hochgebildet. Er studierte in Byzanz, empfing dort die heiligen Weihen und folgte später seinem Bruder ins Kloster.

 

860 sandte die Kaiserin Theodora Cyrill nach Südrußland, um dort das Evangelium zu predigen. Methodius begleitete ihn.

 

Mitte des 9. Jahrhunderts lebten im Gebiet der heutigen Slowakei, Ungarns und Jugoslawiens slawische Stämme, die sich im Großmährischen Reich zusammengeschlossen hatten.

Sie waren bereit, das Christentum anzunehmen, aber nicht von bayrischen Missionaren, denn sie fürchteten, dann nicht mehr selbständig zu bleiben, sondern eine abhängige Provinz des ostfränkischen Reiches zu werden.

Daher bat Fürst Rastislaw von Großmähren den Kaiser in Byzanz, ihm Missionare zu schicken, und zwar solche, die die Slawen in ihrer eigenen Sprache unterrichten können.

 

Der Kaiser und der zuständige Patriarch schickten eine Gruppe griechischer Missionare, die aus Byzanz kamen. Unter ihnen ragten die beiden Brüder Cyrill und Methodius hervor.

 

Cyrill schuf für die slawische Sprache ein eigenes Alphabet.

Auch begann er damit die Bibel und die liturgischen Bücher ins Slawische zu übersetzen. Darüber hinaus gebrauchten die beiden das Slawische als Sprache der Liturgie.

Während die fränkischen Missionare in ihren Missionsgebieten Latein als Liturgiesprache einführten, verzichteten die Missionare aus Byzanz auf ihre griechische Liturgie und gebrauchten beim Gottesdienst die Sprache des Volkes.

Dieses Vorgehen stieß auf harten Widerstand bei der fränkischen Kirche. Die Bischöfe des Westens protestierten dagegen mit dem Argument, in der Liturgie dürften nur die Sprachen gebraucht werden, in der die Kreuzesinschrift verfaßt war, also Hebräisch, Griechisch und Latein.

 

Deshalb machten sich Cyrill und Methodius auf den Weg nach Rom. Und Papst Hadrian II. billigte das Vorgehen der beiden.

Die liturgischen Bücher in slawischer Sprache wurden feierlich auf den Altar der Kirche Santa Maria Maggiore niedergelegt.

Cyrill erkrankte in Rom und starb am 14. Februar 869.

 

Methodius wurde vom Papst in Rom zum Priester geweiht.

Ein Jahr später wurde er Erzbischof und Legat des Apostolischen Stuhles in Pannonien – einem Gebiet, welches das heutige östliche Österreich und das westliche Ungarn umfasste – und in Mähren. Er arbeitet noch 16 Jahre am Aufbau einer slawischen Kirche, allerdings nicht ohne Schwierigkeiten und Hindernisse.

 

Fürst Rastislaw war von seinem Neffen gestürzt worden. Und dieser war Methodius nicht mehr wohlgesonnen. Darum wirkte Methodius zunächst nur in Pannonien. Dieses Gebiet aber betrachtete der Erzbischof von Salzburg als sein Missionsgebiet und machte Methodius das Recht streitig, dort als Bischof zu wirken.

Mit Hilfe des ostfränkischen Königs nahmen die bayrischen Bischöfe Methodius in Gewahrsam, verurteilten ihn und kerkerten ihn ein. Zweieinhalb Jahre hatte er als Gefangener viel zu erdulden.

 

Papst Johannes VIII. sorgte für seine Freilassung, setzte ihn wieder in sein Amt ein und erhob Mähren zu einem selbständigen Bistum. Sieben Jahre später erlaubte der Papst auch wieder den Gebrauch der slawischen Sprache im Gottesdienst.

Er schrieb: „Derselbe Gott, der die drei hauptsächlichen Sprachen, nämlich die hebräische, griechische und lateinische geschaffen hat, er hat auch alle anderen Sprachen zu seinem Lob und zu seiner Ehre erschaffen.“

 

Die schlimmen Erfahrungen haben Methodius als Persönlichkeit gefestigt.

Er wirkte mit noch mehr Eifer in seiner Mission.

Er unternahm Missionsreisen bis in die Karpaten und in den Süden des heutigen Rußland.

Aber bis zu seinem Tod am 6. April 885 blieb er Anfeindungen ausgesetzt.

 

Die Arbeit der beiden Brüder trug Früchte.

Etwa hundert Jahre nach ihrem Tod nahm der Großfürst von Kiew den christlichen Glauben an. Auch dort wurde in der Kirchensprache der beiden Brüder Gottesdienst gefeiert. Und die von Cyrill geschaffene Schrift wird bis heute auf dem Balkan und in Rußland verwandt.

 

Mit ihrer Missionsmethode wurde die Sprache und das kulturelle Erbe der slawischen Stämme bewahrt und weiterentwickelt.

Zugleich wurde eine mit Rom verbundene Kirche aufgebaut, die ihre eigene liturgische Tradition entwickelte, die bis heute in den slawischen Ostkirchen und in der katholischen Kirche in Jugoslawien weiterlebt.

 

Cyrill und Methodius waren von Geburt und Erziehung Griechen.

Das oströmische Reich mit seiner griechischen Sprache und Kultur besaß zur damaligen Zeit durchaus nationales Selbstbewusstsein. Aber die beiden Heiligen machten sich von aller nationalen Überheblichkeit und Enge frei. Sie waren tief durchdrungen von der Überzeugung, dass Christus für alle Menschen gestorben ist und alle Völker zum Heil berufen sind.

In einer wirklich katholischen, das heißt die ganze Welt umfassenden Weite folgerten sie daraus, dass die Liturgie in jeder Sprache gefeiert werden kann.

Weil sie wollten, dass das Licht Christi überall ohne unnötige Verhüllung leuchtet, kämpften sie gegen alle Widerstände für die slawische Sprache im Gottesdienst.

 

Nach dem II. Vatikanischen Konzil gab es eine Liturgiereform.

Wir feiern seither die Hl. Messe in der Volkssprache.

Auch die Missionare und Missionarinnen versuchen, in ihre Verkündigung auf die Eigenart der verschiedenen Völker einzugehen und nicht ein westliches Christentum zu importieren und überzustülpen.

Wir sprechen von Inkulturation. Eine große Aufgabe! Und gewiss gelingt sie nicht immer gleich gut.

 

Beten wir am Fest der großen Slawenapostel darum, dass die Missionare überall auf der Welt, aber auch die für die Weltkirche Verantwortlichen in Rom und anderswo aus ihrem Geiste handeln.

 

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