Exerzitien mit P. Pius

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Allerseelen

(02. November)

 

Ein Hymnus im Stundenbuch stellt nüchtern und sachlich fest:

 

„Tod und Vergehen

waltet in allem,

steht über Menschen,

Pflanzen und Tieren,

Sternbild und Zeit.“

 

Die Zeit vergeht, sie läuft immer weiter, nichts und niemand kann sie aufhalten. Uhren kann man abstellen, aber nicht die Zeit. Auch die Sternbilder, die am Himmel über uns kreisen, sind ständig in Bewegung. sie kennen kein Ruhen, keinen Stillstand.

 

Pflanzen und Tiere: ihre Vergänglichkeit springt uns gerade in diesen Spätherbsttagen in die Augen, wenn die Bäume ihr buntes Laub abwerfen und die letzten Herbstblumen nach den ersten Nachtfrösten welk werden.

 

Auch der Mensch ist dem Gesetz der Vergänglichkeit unterworfen. Wir stellen unsere eigene Hinfälligkeit fest. Wir werden gezeichnet von den Spuren des Alters, einer Krankheit oder großer Sorgen. Es fällt uns nicht leicht, diese Spuren anzuerkennen, aber sie sind nicht zu übersehen.

 

Die Totengedenktage im November (Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag) tun das ihrige dazu, uns mit unserer Hinfälligkeit und Vergänglichkeit zu konfrontieren.

 

Spricht die erste Strophe des Hymnus nur aus, was wir mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen können, so gibt die zweite Strophe die Deutung aus der Sicht des Glaubens:

 

„Du hast ins Leben

alles gerufen.

Herr, deine Schöpfung

neigt sich zum Tode.

Hole sie heim.“

 

Alles, was existiert, ist aus Gottes Hand hervorgegangen: Pflanzen, Tiere und Menschen. Ja die Erde und der gesamte Kosmos wurden von Gott erschaffen. Vom Herrn hat die Schöpfung ihren Ausgangspunkt genommen und zu ihm kehrt sie auch zurück, bei ihm ist sie daheim.

Wie tröstlich zu wissen, dass alles Leben und auch das menschliche Leben in Gott seine Heimat hat. „Herr, deine Schöpfung neigt sich zum Tode. Hole sie heim.“

 

Die dritte Strophe wird von zwei Wörtern geprägt, die ähnlich klingen und doch in ihrer Bedeutung grundverschieden sind: Ende und Vollendung:

 

„Schenke im Ende

auch die Vollendung,

Nicht in die Leere

falle die Vielfalt

Irdischen Seins.“

 

„Ende“ ist ein unerbittliches Wort. Wenn der Schiedsrichter das Spiel abgepfiffen hat, dann ist Ende, Schluss, dann steht das Ergebnis fest, Sieg oder Niederlage. Wenn im Film das Wort „Ende“ erscheint, dann folgt nichts mehr.

 

„Vollendung“ dagegen ist ein hoffnungsvolles Wort, ein anderes Wort für Verwandlung, Verklärung.

Von Vollendung spricht die Bibel mehrfach, z.B. dass Christus durch sein Opfer die Seinen für immer zur Vollendung führt (Hebr.10,14; 11,40). Auch uns führt er zur Vollendung.

 

Über die Vollendung des irdischen Seins wüssten wir gerne Genaueres. Doch die Heilige Schrift ist mit Beschreibungen der End-Vollendung äußerst zurückhaltend.

 

Und so bekennt auch unser Hymnus in der vierten Strophe:

 

„Herr, deine Pläne

bleiben uns dunkel.

Doch singen Lob wir

Dir, dem dreieinen,

ewigen Gott.“

 

Ein wenig hat Gott das Dunkel aufgehellt an Ostern, als er Jesus Christus von den Toten auferweckt hat. Ihm, seinem verklärten Leib, sollen wir gleichgestaltet werden.

 

Wir wissen: Jesus Christus ist uns vorausgegangen, um uns einen Platz zu bereiten. Es ist tröstlich, dass wir erwartet werden. Wir fallen nicht ins Nichts, sondern in die liebenden Arme des Vaters.

 

Das ist wahrlich Grund genug:

„Lob zu singen dem dreieinen, ewigen Gott.“

 

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