Exerzitien mit P. Pius

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Ach guter Gott, erbarme dich

(Fastnachts-Predigt)

An Fastnacht, meine lieben Leute,

da seid ihr alle voller Freude.

Ihr sucht so manches zu vergessen,

wovon ihr sonst seid arg besessen.

 

Was Kummer. Schmerz und Sorgen heißt

nach Möglichkeit ihr von euch schmeißt.

Ihr setzt euch Masken, Mützen auf

und pfeift auf eure Sorgen drauf.

 

Von Freude hört man vieles sagen

an diesen närrisch tollen Tagen.

Man freut sich hier, man freut sich dort,

freut sich am Bild, freut sich am Wort;

der freut sich laut, der freut sich leise;

der schreit Helau, der andere Sch’ade.

Wie schön, dass grad in dieser Zeit

die Freude liegt so griffbereit.

 

Was wär das Leben ohne Freude?

Wir wär‘n des Teufels sichre Beute.

Sollten wir – darf ich es wagen,

euch heute ganz direkt zu fragen –

sollten wir nicht öfter fröhlich sein

und uns des Lebens viel mehr freun?

 

Ich hör schon, wie Sie sich jetzt melden

und denken: was sind wir für Helden?

Sie meinen: ich sollt es nicht verhehlen,

dass Freude man kann nicht befehlen.

 

Es gibt nicht immer was zu lachen.

Passier‘n nicht traurig, schlimme Sachen?

Wie sieht es aus in dieser Welt

Wie ist es um die Freud‘ bestellt?

Drum rufen wir ganz gnädiglich:

Ach, guter Gott, erbarme dich!

 

Freun sich Erschossene im Iran,

der Krebskranke von nebenan?

Freut sich das Kind auf Autostraßen,

freut sich die Frau vom Mann verlassen?

Freun sich Millionen arbeitslos,

Familien, kinderreich, in Wohnsilos?

Freut sich der Schüler nicht versetzt,

die Umweltschützer über Startbahn West?

Drum rufen wir inständiglich:

Ach, guter Gott, erbarme dich!

 

Mal ist es Krankheit, die uns quält,

mal Angst und Not die Freud vergällt.

Mal drücken uns auch unsre Sünden,

ob’s einen gibt, bei dem wir finden

Verzeihung, Mut und Trost und Licht

und der uns niemals lässt im Stich?

Ich glaube es fest mit Zuversicht

und ruf: Ach, guter Gott, erbarme dich!

 

Hoffnung kann nur ER uns geben.

Und Freude kommt durch IHN ins Leben.

Er hat gezeigt in Jesus Christ,

dass er auf unsrer Seite ist.

Ich glaube selbst am Grabesrand:

Gott hält uns fest in seiner Hand.

Ja, wenn kein Mensch mehr helfen kann,

fängt Gott in seiner Macht erst an.

Er ist uns Heil und Trost und Licht.

Ach, guter Gott, erbarme dich.

 

Wenn alles aus ist und Gott handelt,

wird Tod in Leben umgewandelt.

Wenn nichts gelingt und viel geht schief,

wenn‘ Leben wie ein Krampf aussieht,

dann seid gewiss, Gott steht parat

und schreibt auf krummen Zeilen grad.

Vertraut auf ihn, habt Zuversicht!

Ach guter Gott, erbarme dich!

 

Wir hören oft auf unsren Plätzen

Das Wort des Herrn in vielen Sätzen:

Die Frohe Botschaft und die Lesung

geschrieben zu der Seel Genesung.

Doch – hören wir auch richtig zu?

Wie ist doch so ein Wort im Nu –

kaum dass in ein Ohr es gedrungen –

zum andern wieder rausgesprungen.

Wir sind doch manchmal so zerstreut,

an Fußball denken wir, ans Kleid.

Mit den Gedanken sind wir fern,

sind überall, nur nicht beim Herrn.

Drum lasst uns rufen inniglich:

Ach, guter Gott, erbarme dich!

 

Die Predigt ist ein eigner Fall:

mal fehlt es ihr am nöt‘gen Schall,

mal liegt es an den Mikrofonen,

soll sich denn da das Zuhörn lohnen?

Mal ist die Predigt ohne Schwung,

der Pater ist auch nicht mehr jung.

Der Rupert noch vor Jahren, ach,

der machte schon mal eher Krach.

Und Suitbert mit seinem Bass,

das war’n noch Töne, klasse, was!

Nur Richard heut noch spricht mit Wucht,

vergeblich man sonst sowas sucht.

So viel nicht mehr wie früher ist.

Ach, guter Gott, erbarme dich!

 

Doch kommt’s beim Pred’gen nicht allein

auf’s Wort des Priesters an, o nein!

Es muss der Hörer auch was tun,

muss lauschen, denken, darf nicht ruhn.

Wer rumhängt in der Bank ganz schlaff,

hört’s Wort nur halb und halb im Schlaf.

Kann Gottes Wort auf diese Weise

tief uns berühren, ziehen Kreise?

O, wärt ihr doch andächtiglich!

Ach, guter Gott, erbarme dich!

 

Die Kirch‘ – man spürt es immer wieder –

Beim Singen altbekannter Lieder

hat viel an Hall und Resonanz

und meistens klingt es voll und ganz.

Die Orgel tönt sehr gut dort oben,

da kann man Gott schon kräftig loben.

 

Doch sind des G’sangbuchs neue Lieder

Dem Volk vom Klang her oft zuwider.

So mancher klappt, weil er’s nicht kennt

das Buch schnell zu und weiter pennt.

Drum rufen wir herzinniglich:

Ach, guter Gott, erbarme dich!

 

Es gäb‘ so manches noch zu sagen,

es würd‘ zu lang, ganz ohne Fragen.

Nur dies möcht ich ins Herz noch schreiben,

um euch zum Himmel zu geleiten:

 

In aller Sorg, in aller Not

nehmt Zuflucht doch beim lieben Gott!

Es fällt kein Haar von eurem Haupt,

wenn’s er nicht will, es nicht erlaubt.

Kein Vogel fällt aus seinem Nest,

denn Gott, der Herr, er hält ihn fest.

 

Vertraut auf Gott, lasst ihn nur walten!

Er wird euch wunderbar erhalten.

Er ist uns Hoffnung, Freude, Licht.

Ach, guter Gott, erbarme dich!

 

Es kommt die Predigt nun ans Ende,

wir falten wieder unsre Hände.

Und sagen Gott, dem guten Herrn,

dass wir ihn preisen, loben, ehr’n

mit einem Herzen froh und heiter

heute, morgen und so weiter.

 

Er ist der Grund all unsrer Freude

an jedem Tag und drum auch heute.

Er sei gepriesen ewiglich.

Ach, guter Gott, erbarme dich!

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