Exerzitien mit P. Pius

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Davids Schuld - Gottes Vergebung

(11. Sonntag - Lesejahr C; 2 Sam 12, 7 - 10, 13)

 

David ist auf dem Gipfel seiner Macht. Unangefochten herrscht er als König über Israel.

Eines Tages beobachtet er vom Dach seines Palastes eine bildhübsche Frau beim Baden.

 

Das Objekt seiner Begierde: Batseba, die Frau des Hetiters Urija.

Trotzdem und obwohl er selbst eine Reihe Frauen hat, diese Frau, die will, die muss er unbedingt haben.

Die Gelegenheit ist günstig. Urija befindet sich nämlich im Krieg. Und David nimmt sich, was ihm nicht gehört.

 

Doch dabei bleibt es nicht. Batseba wird schwanger.

Das bringt David in die Bredoullie. Was machen?

Er ruft Urija nach Hause zurück und tut alles, dass es so aussieht, als sei die Schwangerschaft von Urija verursacht. Der jedoch spielt das Spiel nicht mit.

 

David muss sich etwas anderes einfallen lassen. Und er heckt einen perfekten Mord aus.

Er schickt Urija an die Front, dorthin, wo am heftigsten gekämpft wird, dorthin, wo es am gefährlichsten ist. Und Urija kommt um.

 

Ein Soldat, der im Krieg stirbt: Kein Mensch denkt sich was dabei.

So ist das eben. Berufsrisiko. Natürlich bedauerlich. Posthume Ehrung, nachträglich Verdienstorden, Heldengedenken.

 

Niemand kommt auf die Idee, Urija sei von seinem König bewusst der Todesgefahr ausgesetzt worden.

Und, wehe, es hegt jemand Zweifel am heldenhaften Sterben für König, Volk und Vaterland!

Ein solcher wäre selbst ein Schuft und hätte sein Leben verspielt.

Sich mit dem König anlegen, ihn zur Rede stellen, ihn gar anklagen, das wird niemand wagen.

Und irgendwann wird Gras über die Sache gewachsen sein.

 

Doch es kommt anders:

Was keiner wagt, das wagt der Prophet Nathan.

Er riskiert es, zum König zu gehen und ihn mit seinem schändlichen Verhalten zu konfrontieren.

Aber Nathan fällt nicht mit der Tür ins Haus. Er geht klug und behutsam vor.

 

Er unterbreitet dem König einen Fall, eine Rechtsfrage.

Und verpackt das Ganze gekonnt in eine Geschichte:

Da sind zwei Männer, der eine ist reich, der andere arm.

Der Reiche vergreift sich aus Geiz und Gier am einzigen Gut des Armen. David ist empört. „Der Mann verdient den Tod.“ So lautet sein Urteil, ohne sich selbst in dieser Geschichte zu erkennen. Er merkt nicht, dass er sich gewissermaßen selbst das Todesurteil gesprochen hat.

 

Da sagt ihm Nathan auf den Kopf zu: „Du selbst bist dieser Mann!“

Geschickt fährt Nathan fort, David aufzuzeigen, was ihm alles gehört, wie reich Gott, der Herr, ihn bedacht und gemacht hat.

Er zeigt ihm auf, was er mit Gottes Hilfe alles erreicht hat, was ihm alles geglückt und gelungen ist.

 

Und genau das macht sein übles Vorgehen und seine schändlichen Taten noch schlimmer.

Er, der alle Macht aus Gottes Hand empfangen hat, hat diese Macht missbraucht.

Er hat Gottes Weisung missachtet und hat damit Gott selbst verachtet.

 

David hat sich sicher gefühlt. Wer wird schon dem großen, mächtigen König an den Karren fahren?

Doch seine Schandtaten und seine Hinterhältigkeit kommen ans Licht.

Er, der meinte, ungestraft Menschen benutzen und schädigen, ja sie sogar dem Tod ausliefern zu können, er muss sich verantworten, er wird zur Rechenschaft gezogen.

 

Es gibt einen höchsten Richter, vor dem sich jeder Mensch, und sei er der mächtigste König auf Erden, verantworten muss.

Allerdings, erst durch die Begegnung mit Nathan, der keine Angst hat und keine falsche Rücksicht nimmt, erst durch den Mut des Propheten wird sich David seiner Schuld bewusst.

Nathan vollbringt ein Meisterwerk, gleichzeitig aufdeckend und heilend, Davids Ehre schützend und gleichzeitig seine Blindheit überwindend.

 

Und David erkennt Gottes Wink mit dem Zaunpfahl.

Alles, ausnahmslos alles, was ihm in seinem Leben widerfuhr, verdankt er Gott.

Als kleiner Hirtenjunge gewann er einst gegen Goliath – weil Gott mit ihm war.

Später überlebte er die Feindseligkeiten König Sauls – weil Gott ihn schützte.

Er wurde Herrscher von ganz Israel – weil Gott ihn erwählt und zum König gesalbt hatte.

Siege hat er errungen gegen übermächtige Feinde – Gott stand ihm zur Seite.

Frauen, Kinder, Haus, Ansehen… Was hat Gott ihm nicht alles geschenkt?

Und er dankt es ihm mit Missachtung seines Wortes, mit Ungehorsam gegenüber seiner Weisung!

Ehebruch und Mord: Ist das sein Dank an den Herrn?

Nicht zum ersten Mal ist David in Sünde und Schuld gefallen, aber nie so schwerwiegend wie jetzt.

 

In der Begegnung mit Nathan erkennt David, seine Undankbarkeit gegenüber Gott und er erkennt, wie groß seine Schuld ist.

Er zeigt Einsicht und Reue. Er bekennt sich schuldig vor Gott und bittet um Vergebung.

 

Und das Überraschende geschieht: David, der mit Urija kein Pardon kannte, erhält mehr als nur eine zweite Chance: „Der Herr hat dir deine Sünde vergeben; du wirst nicht sterben“, sagt ihm der Prophet zu.

Es war Sünde. Aber es gibt keine Sünde, die Gott nicht vergeben könnte.

Gott will nicht Untergang und Verderben, sondern Leben und Heil.

 

Und was sagt uns diese Begegnung zwischen David und Nathan?

Können wir daraus etwas lernen?

 

Als erstes zeigt mir die Erzählung, wie vergeblich es ist, Sünde und Schuld verdrängen zu wollen. Eines Tages kommt ans Licht, was mich von Gott trennt, spätestens, wenn ich vor ihm selber stehe und alles offen liegt. Da gibt es nichts mehr zu vertuschen, da gibt es nichts mehr zu verharmlosen und da gibt es auch keine Sündenböcke mehr, denen ich meine Schuld zuschieben kann.

 

Ein zweites sagt und zeigt mir die Begebenheit, nämlich:

Umkehr ist ein Leben lang möglich, egal wie weit ich mich von Gott entfernt habe, egal auf welchen krummen Wegen, Irrwegen und Abwegen ich mich befinde. Wir können jederzeit umkehren.

 

Drittens: Gott nimmt mich ernst, mein schlechtes Tun und Lassen genauso wie meine Einsicht und Reue und das Bekennen meiner Schuld.

Weil Gott mich ernst nimmt und annimmt, mischt er sich in mein Leben ein – wenn es sein muss winkt er auch mit dem Zaunpfahl oder er gibt einen Schuss vor den Bug. Er will, dass ich aufwache, umsinne, mich ändere und mein Leben wieder auf ihn und seine Gebote ausrichte.

 

Als viertes und letztes sagt mir die Begegnung zwischen David und Nathan: Gott ist gut. Bei ihm gibt es immer einen Weg zurück. Bei ihm ist die Tür immer offen. Wo Reue ist, da ist Vergebung. Wo jemand seine Schuld erkennt und bekennt, da ist Gott gnädig und barmherzig. Da spricht Gott das Wort, das aufrichtet und befreit. Er schenkt den neuen Anfang.

 

Ein wunderbares Geschenk: das Erbarmen Gottes.

Kann ich mich ihm verschließen?

Will ich mich ihm nicht öffnen und es annehmen, mir selbst und anderen zum Guten, zum Segen, zum Heil?  

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