Exerzitien mit P. Pius

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Was ist das für so viele?

(17. Sonntag - Lesejahr B, Joh 6, 1 - 15)

 

Was machen, um so viele Menschen zu sättigen? Aussichtslos.

Doch die Leute müssen etwas essen. Aber woher nehmen?

Die Bedürfnisse sind riesig, die Möglichkeiten gleich null.

Da hat einer einen Vorschlag: „Es ist ein Junge da, der hat fünf Brote und zwei Fische.“

Ich kann mir vorstellen, wie die anderen ihn angeschaut haben.

So zieht er seinen Vorschlag auch sofort wieder zurück:

„Was ist das für so viele?“

 

Wir wissen so gut wie nichts von diesem Jungen, noch nicht einmal seinen Namen.

Doch auf einmal steht dieser Apostel vor ihm und sagt:

„Komm mal mit. Und bring auch deinen Korb mit!“

Und dann steht der Junge vor Jesus. Den Korb hält er mit beiden Händen fest. Dann heißt es: „Jesus nahm die Brote und sprach das Dankgebet.“

Der Junge hat ihm also seine Brote gegeben. Warum hat er das getan?

Dass Jesus die Brote von ihm zum Verteilen haben wollte, das war dem Jungen klar. Und dass das eine Rechnung war, die nie aufgehen konnte, das war ihm sicher ebenso klar.

Für alle – und dann auch noch satt werden – unmöglich.

Das würde hinten und vorne nicht reichen. Und er selber war sein Brot los! Dennoch gab der Junge das Brot her.

 

Der Junge weiß nicht, was aus dieser Sache wird, aber er vertraut Jesus sein Brot an.

Und nun wird vor seinen Augen aus wenig viel. Und alle, auch er selber, werden satt.

 

Die Botschaft der Geschichte?

Es wird uns gezeigt, wie der Herr mit den Menschen, die ihm das Ihrige zur Verfügung stellen, zusammenwirkt:

Er nimmt das Bisschen des einen ernst. Er nimmt es an. Er vermehrt es. Es erwächst daraus Segen und Heil für viele!

 

Was ist das für so viele?

Ist das nicht oft – und mehr als uns lieb ist – unsere Situation?

Lange Zeit leben und arbeiten wir drauflos mit viel Einsatz und oft bis zur Erschöpfung. Und dann hält uns plötzlich etwas an. Wir halten inne, besinnen uns, schauen auf die Jahre zurück, ziehen Bilanz. Wir fragen uns, was wir alles vorgehabt hatten und was daraus geworden ist?

 

In solchem Nachdenken lüften wir dann, um im Bild unserer Geschichte zu bleiben, gleichsam die Decke von unserem Körbchen und zählen, was wir haben.

Und das Ergebnis? Erschrocken stellen wir fest: Die Habe unseres Lebens: fünf Brote und zwei Fische.

Es macht nichts aus, wenn es statt fünf Brote ein paar mehr sind, zehn oder zwanzig.

Die Frage bleibt: Was ist das für so viele?

 

Das Evangelium endet nicht hier. Sonst wäre es ja keine Frohe Botschaft, die uns trösten, aufrichten und Mut machen will.

 

„Fünf Brote und zwei Fische! Was ist das für so viele!“

Denken wir an den Jungen, der die fünf Brote gibt!

Denken wir an Jesus, der nicht zählt, wie wenig oder wie viel wir haben, der auch das Wenige ernst nimmt und annimmt.

Für den nur zählt, dass wir nicht auf unserem Körbchen sitzen bleiben, sondern dass unser Vertrauen größer ist alle Skepsis.

 

Geben und nicht danach fragen, was daraus wird!

Alles tun, was wir können. Dann tut Gott das Seine und das ist das Entscheidende.

 

Wie der Sämann, der sät und sät. Freilich ist er manchmal bekümmert, weil so viel verloren geht. Aber für das Unkraut kann er nichts. Und für die Dornen kann er auch nichts. Und dafür, dass unter manch dünner Erde so harter Stein ist, kann er zwei Mal nichts. All das nimmt er in Kauf wegen des Saatgutes, das auf gute Erde fällt und Frucht bringt: 30-fach, 60-fach, 100,-fach!

 

Nicht berechnen! Nicht ängstlich festhalten! Loslassen! Vertrauen!

 

„Fünf Brote und zwei Fische! Was ist das für so viele?“

Eigentlich nichts! Nicht der Rede wert! Und doch kann uns dieser Junge ein Vorbild sein: Das Wenige Jesus in die Hände geben, es Gott zur Verfügung stellen!

Er fängt mit dem Wenigen etwas an, das wir haben und bringen, auch wenn es in unseren Augen viel zu wenig ist. Wenn wir es nur in seine Hand legen und ihm anvertrauen! Dann ist alles gut!

Alles andere dürfen wir getrost der Barmherzigkeit und Allmacht Gottes überlassen.

Auch das Geringste, das wir geben, es zählt bei Gott. Er macht es groß.

Sei also wie dieses Kind! Lass los! Hab Mut! Vertrau!

 

Eucharistie.

Wir bringen Brot und Wein. Nicht viel, nichts Besonderes.

Mit diesen Gaben bringen wir uns selbst.

Wir bringen, was wir sind und was wir haben.

Das mag uns manchmal auch gering vorkommen.

Aber wir geben es hin. Wir geben es IHM.

Er nimmt die Gaben an und er nimmt uns an.

Und er heiligt die Gaben. Er sendet seinen Geist auf sie herab.

Und schließlich gibt er sich selbst.

Er schenkt sich uns im Brot des Lebens.

 

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