Exerzitien mit P. Pius

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Jesu Macht über die Dämonen

(4. Sonntag - Lesejahr B; Mk 1, 21 - 28)

 

Jesus heilt einen Kranken. Er treibt einen Dämon aus. Er befreit einen Menschen von seiner Besessenheit.

Vielleicht schütteln wir jetzt den Kopf oder rümpfen die Nase.

Oder wir denken: Was geht das uns an? Das war einmal.

Wir leben heute, in einem aufgeklärten Zeitalter.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Ist uns das Böse wirklich so fremd? Ist uns der Teufelskreis aus Sucht und Versagen, aus Besessenheit und Ohnmacht nicht bekannt aus eigener Erfahrung oder wir erleben es in unserem Umfeld, in der Familie, in der Verwandtschaft, im Freundes- oder Kollegenkreis?

 

Dämonie und Besessenheit haben viele Gesichter.

Kennen wir das nicht auch, dass etwas derart von uns Besitz er­greift, dass etwas uns so in Beschlag nimmt, uns so stark besetzt, bestimmt und beherrscht, dass man davon ganz eingenommen, ja wie gefesselt ist, total abhängig, ausgeliefert, so sehr , dass es einen ganz fertig macht, krank macht, ruiniert und kaputt macht, so sehr, dass jemand am Schluss nur noch ein Wrack ist?

 

Es gibt sie tatsächlich: „Dämonische Mächte, unheimlich zerstörerische Kräfte.“ Und es ist ganz schlimm, wenn ein Mensch in ihrer Gewalt ist, wenn einer im Bann des Bösen steckt oder von einer Besessenheit geplagt ist. – Unheilsmächte sind das. „Dämonen, unreine Geister“ hießen sie zur Zeit Jesu. Sie hindern uns daran, wirklich wir selbst zu sein. Man wird sich selbst fremd, innerlich unfrei, ein Spielball nicht kontrollierbarer Regungen, Einflüsse oder Prägungen.

Die äußere Krankheit ist oft ein Zeichen einer inneren Misere und Trostlosigkeit. Das Krankmachende liegt tiefer. Alles, was Menschen hin und her zerrt, gegeneinander aufhetzt, ihre Würde verletzt, ist unreiner Geist, ist dämonisch und kommt aus dem Herzen der Finsternis.

Es können die tausend Kräfte der Angst sein, eines Zwanges, einer Sucht oder einer Gier. Es kann ein schlimmes Laster sein, eine böse Leidenschaft, übertriebener Perfektionismus, maßloser Ehrgeiz, Geltungsdrang oder auch Minderwertigkeitskomplexe.

 

Es kann sein, dass jemand z.B. seine Sexualität nicht in den Griff kriegt, überhaupt keine Selbstbeherrschung hat, sich total gehen lässt. Das ist alles andere als harmlos wie die vielen Vergewaltigungen selbst in der Ehe zeigen oder der sexuelle Missbrauch von Kindern. Es ist wirklich als ob da jemanden der Teufel reitet.

 

Ein anderes Beispiel: Eine Frau hat den Zwang, anderen immer Böses zu wünschen, dem eigenen Mann, der Tochter, den Nachbarn. Es ist wie verhext. Die Frau leidet unsäglich darunter und lebt ständig mit einem schlechten Gewissen.

 

Jemand anders kennt kein Maß beim Essen. Esssucht. Eine ganz schlimme Sache. Dauernd schiebt man etwas hinein. Ständig ist man dabei, sich voll zu stopfen. Letztlich stopft man die Seele voll, um die Enttäuschungen nicht zu spüren, um die Sorgen zu vergessen, um den Ärger hinunterzuschlucken oder um schlichtweg den Mangel an Anerkennung und Liebe auszugleichen.

Oder jemand leidet an Kaufzwang. Ständig muss man Dinge kaufen, immer was Neues haben, um die innere Leere zuzuschütten.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Es gibt auch die kleinen Dämonen, den Dämon der Ungeduld, des Zorns, des Nachtragens, den Dämon der Rechthaberei, des Vorurteils, der Besserwisserei, den Dämon der Arroganz. Häufig sind Menschen auch besessen von Groll und Bitterkeit; oder von der Gier nach Macht und Beifall; oder Habsucht, die Gier nach immer mehr Geld, Besitz, Reichtum.

 

Manches mag für sich genommen harmlos und alltäglich sein und doch ist es eine Einschränkung der inneren Freiheit. Und wenn eins zum andern kommt, hat es oft katastrophale Auswirkungen.

 

Da sieht jemand z. B. immer alles negativ. Dauernd ist er am Nörgeln. An allem hat er was auszusetzen. Es ist unerträglich.

Oder jemand kann es nicht lassen, schlecht über andere zu reden. Ständig zieht er über andere her und lässt nichts Gutes an ihnen.

Manchmal kommt das Böse auch in ganz subtilen und raffinierten Formen daher. Sogar unter dem Mantel der Frömmigkeit kann es in Erscheinung treten, bestens getarnt als kleiner fieser Teufel des Moralisierens, der Enge, der Härte, der Kritiksucht, des Zynismus, des Rigorismus, der Unbarmherzigkeit, die bis zur Grausamkeit gehen und zum Sadismus werden kann.

 

Und immer leidet ja die Umgebung auch darunter. Immer sind andere mitbetroffen: der Ehepartner, Kinder, Eltern, Kollegen...

Auch das Böse hat seine Auswirkungen, genauso wie das Gute.

 

Und wie oft entsteht ein Teufelskreis des Bösen. Und wir wissen doch, wie schwer es ist, aus diesem Teufelskreis auszubrechen! Wie schwer ist es, die Ketten verkehrter Gewohnheiten und falscher Abhängigkeiten abzulegen! Wie schwer ist es, nicht fremdbestimmt zu leben, sondern wirklich als wir selbst, innerlich frei, ohne Zwänge und ohne Ängste.

 

Liebe Mitchristen!

Unreine Geister, dämonische Kräfte: Stecken sie nicht in jedem Menschen? Wer von uns hat schon einen ganz reinen Geist?

Wer von uns ist schon immer Herr im eigenen Lebenshaus? Kennen wir nicht alle das Böse und Dunkle in uns?

Das reicht von den vielen Verkettungen, inneren Unfreiheiten und Lebenslügen bis zu schrecklichen, unvorstellbaren teuflischen Untaten, die Menschen begehen können. – Es ist schockierend, aber auch heilsam, einmal in die Abgründe des eigenen Herzens zu schauen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Die Dämonenaustreibung am Anfang des Markusevangeliums ist ein Zeichen dafür, dass Jesus jedwedem Dämon – mag er heißen wie er will – den Kampf angesagt hat. Denn Dämonen versklaven den Menschen. Jesus aber will den Menschen befreien und erlö­sen. Dazu ist er in die Welt gekommen.

Und das ist es, was das heutige Evangelium sagen und zeigen will: Jesus ist der Gesandte, der Heilige Gottes. Er besitzt die Kraft und Macht Gottes. In ihm ist in Wort und Tat Gott selbst am Werk. In ihm geht Gott auf den Menschen zu, der sich in Not und Bedrängnis befindet. In ihm zeigt sich Gott mit seiner heilenden Kraft. Er hat die Macht, von den dunklen und bösen Mächten zu befreien, in deren Bann Menschen geraten. Er hilft, zu sich selbst zu finden, zum Einklang mit sich selbst und mit Gott zu kommen. Jesus will die Menschen zur Freiheit und zum Frieden führen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Das Evangelium will uns ermutigen, der rettenden und heilenden Kraft und Macht Gottes zu vertrauen. Keiner Mächtigkeit soll es erlaubt sein, vom Menschen Besitz zu ergreifen außer Gott.

Wo die Herrschaft Gottes in einem Menschen Platz gewinnt, muss die Herrschaft der Dämonen weichen. Also: Gott Raum geben in unserem Leben, ihn Herr sein lassen, auf ihn hören, sich von seinem Geist ergreifen und führen lassen!

 

Öffnen wir uns immer wieder neu Gottes guter Macht. Lassen wir uns ergreifen von Gottes gutem Geist. Widersagen wir immer wieder dem Bösen! Widerstehen wir den Versuchungen des Bösen! Lassen wir Gott Herr sein in unserem Leben! Geben wir seinem Willen Vorfahrt! Lassen wir uns vom Guten leiten!

 

Gott ist da. Er liebt uns. Er steht zu uns. Er sagt ja zu uns. Seine Kraft geht alle Wege mit. Darauf dürfen wir vertrauen. Und darum können wir ja sagen zu uns selbst, können uns selbst annehmen, dürfen Mut haben, Vertrauen, können uns selbst etwas zutrauen und unsere Begabungen und Fähigkeiten einsetzen. Im Vertrauen auf Gott können wir dem Leben trauen und immer mehr ohne Angst leben.

Jesus will und kann auch uns heil machen und uns zu wirklichem Leben befreien. Vertrauen wir ihm, seiner Macht und seiner Liebe!

 

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