Exerzitien mit P. Pius

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Kommt alle zu mir!

(14. Sonntag im Lesejahr A; Mt 11, 25 - 30)

Ich war einmal bei einer Familie zu Besuch. Es war schon Abend. Die beiden „Kleinen“ waren den ganzen Tag auf Achse. Jetzt am Abend – man konnte es ihnen anmerken – waren sie todmüde.

Als es für sie Zeit war, ins Bett zu gehen, kam das vierjährige Mädchen, ging zur Mutter und ließ sich geradezu in ihre Hände fallen. Die Mutter umarmte das Kind herzlich.

Bald kam auch der etwas ältere Bruder. Er schmiegte sich ebenfalls ganz abgekämpft an die Mutter. Und die Mutter drückte den Kleinen fest an sich.

 

Als das so vor mir ablief, hatte ich den Eindruck: die Kinder können mit allem zu ihrer Mutter kommen. Sie können auf diese Weise die ganze Last des Tages bei ihr abladen. Sie fühlten sich bei ihrer Mutter aufgehoben und geborgen.

 

Als ich das sah, war ich sehr froh. Es war für mich ein wunderbarer Anblick, ein tröstlicher Augenblick.

Die Mutter war einfach ganz für ihre Kinder da.

Das wussten die Kinder.

Bei ihrer Mutter fühlten sie sich aufgenommen und angenommen. Ihre Nähe tat ihnen gut.

 

An diese Begebenheit fühle ich mich erinnert, wenn ich im Evangelium die Worte lese:

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“

Dieses Wort ist eine Perle des Evangeliums. Es ist für mich eines der schönsten Jesusworte überhaupt.

 

Wenn ich einmal nicht mehr weiter weiß, mich innerlich leer fühle, wenn mich Sorgen plagen und Probleme sich auftürmen, dann ist das mein Wort, ein Wort des Trostes und der Hoffnung.

 

„Kommt alle zu mir …“

Mir fällt auf: Jesus wendet sich nicht an eine bestimmte Gruppe von Geplagten und Beladenen, sondern an alle. Alle werden eingeladen, zu ihm zu kommen, um bei ihm Ruhe zu finden.

Ich finde es gut, dass Jesu Einladung so umfassend ist, denn so können auch wir, ganz gleich was den einzelnen plagt und belastet, dem Ruf Jesu folgen, seine Nähe suchen und bei ihm Ruhe und Frieden finden.

Oder brauchen wir das nicht?

 

Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand unter uns ist, der sagen könnte, bei ihm laufe immer alles glatt, es gäbe da gar keine Sorgen, gar keine Schwierigkeiten.

Nach außen zeigen wir es meistens nicht. Wir überspielen und verstecken unsere Not und unser Leid.

 

Doch hat nicht jede Familie ein Kreuz? Ist nicht unter jedem Dach ein Ach? Hat nicht jeder sein Päckchen zu tragen?

 

Ich denke an die Last einer Krankheit, an die Last des Alters.

Einsamkeit kann zur Last werden, Depression, ständiger Unfriede in der Familie, Mobbing am Arbeitsplatz, das Gefühl der Überforderung, Leistungszwang, Stress, aber auch Arbeitslosigkeit und Angst vor der Zukunft. Eine Partnerschaft, in der man sich auseinandergelebt hat, kann zur Last werden, der Verlust eines lieben Menschen und, und, und.

Was für Lasten drücken Sie?

 

Verstehen wir Jesus, wenn er sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt“?

Er lädt uns ein, seine Nähe zu suchen und unseren Lebensrucksack bei ihm abzustellen. Er lädt uns ein, bei ihm auszuruhen, aufzuatmen, neue Kraft zu schöpfen.

 

Wenn uns Lasten niederdrücken, wenn uns die Kraft ausgeht, wenn wir physisch oder psychisch am Ende sind, dann ist er da für uns wie eine Mutter für ihre Kinder.

Alles dürfen wir dann ihm geben: alle Sorgen, die uns quälen, alle Not, die wir erleiden, alle Last, die uns bedrückt.

 

Alles dürfen wir zu ihm tragen und in seine Hände legen.

Gottes Hände sind gute Hände und heilende Hände.

Ja, uns selbst dürfen wir ihm anvertrauen, so wie wir sind: gestresst, fertig mit den Nerven, am Ende mit unserer Kraft.

 

Jesus sagt: Komm! Ruh dich bei mir aus. Ich nehme dich an, so wie du bist, arm und schwach, müde und beladen. Vertraue mir! Ich trage mit dir. Ich bin bei dir. Ich habe ein Herz für dich. In meiner Liebe berge ich dich.

 

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt, ich werde euch Ruhe verschaffen.“

 

Wir lassen uns von so vielen Dingen verlocken, warum eigentlich nicht auch von diesem Lockruf zur Ruhe?

Probieren Sie es einmal, dieses Wort in ihr Leben hineinzunehmen und es umzusetzen im Alltag!

 

Die Last ändert sich vielleicht nicht. Sie wird nicht einfach abgenommen. Aber in der Nähe Jesu wird sie leichter.

Not und Sorge sind zwar nicht schlagartig weg. Aber in der Zuflucht bei Jesus, in seiner Gegenwart, unter dem Blick seiner Liebe verlieren sie ihre Wucht.

Es ist wie bei einem Kind, das von der Mutter „hineingetröstet“ wird in Ruhe und Geborgenheit, in Stille und inneren Frieden.

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