Exerzitien mit P. Pius

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Die erwarteten Früchte bringen

(27. Sonntag im Lesejahr A; Mt 21, 33 - 34)

Die Lage spitzt sich zu. Die Auseinandersetzung Jesu mit seinen Gegnern wird immer schärfer.

Jesus droht das gleiche Schicksal wie Johannes dem Täufer und vor ihm anderen Propheten. Man will ihn zu Schweigen bringen.

 

Und so versucht Jesus seine Widersacher durch ein Gleichnis zur Einsicht und Umkehr zu bewegen.

Er erzählt von einem Weinbergbesitzer und von dessen Weinberg.

 

Jesus wählt ein Bild, das seine Zuhörer kennen, das ihnen vertraut ist und hofft so Zugang zu ihren Herzen und Verständnis zu finden.

Aber Jesus konfrontiert auch. Er stellt in seiner Erzählung die unendliche Güte und Langmut Gottes ihrem blind zerstörerischen und selbstgerechten Denken und Handeln gegenüber.

 

Der Gutsbesitzer, sprich Gott, dem der ganze Weinberg, sprich Israel, gehört, schickt wiederholt Knechte, sprich Propheten, zu den Winzern, damit diese ihm den Ertrag abgeben mögen.

Die Winzer aber antworten nur mit Gewalt und Totschlag.

Sie verweigern dem Gutsbesitzer nicht nur seine Früchte, schlimmer noch, sie schlagen, steinigen und töten seine Boten.

 

Hat nun die Güte des Gutsbesitzers ein Ende? Ist es mit der Gnade Gottes vorbei? – Nein!

Der Gutsbesitzer sendet seinen eigenen Sohn mit der Hoffnung, dass sie diesen achten und die Früchte bringen, die er von ihnen erwartet.

 

Wer von uns, liebe Schwestern und Brüder, denkt an dieser Stelle nicht an das vierte Hochgebet der hl. Messe, in dem es sinngemäß heißt:

„Als der Mensch Gottes Freundschaft verlor, hat Gott ihn dennoch nicht verlassen. Immer wieder hat er den Menschen seinen Bund angeboten, immer wieder seine Hand ausgestreckt, immer wieder Boten geschickt und die Menschen gelehrt, das Heil zu erwarten. – Und seine Liebe war so groß, dass er seinen eigenen Sohn sandte, um zu retten, was verloren war, um die schuldigen Menschen zu erlösen!“

 

Der letzte Versuch ist der eigene Sohn. Wird es ihm, dem letzten und endgültigen Boten Gottes besser ergehen?

 

Wir wissen, liebe Schwestern und Brüder:

Was Jesus im Gleichnis vom Schicksal des Sohnes erzählt, dass sie nämlich nicht auf ihn hören, ihn missachten, verstoßen und umbringen, das ist auch für ihn selbst schon bald bittere Wirklichkeit geworden.

ER ist der Sohn, der nicht erkannt worden ist, auf den man nicht gehört hat, sondern den man kalt gestellt, und grausam ermordet hat.

 

Aber nicht der Tod hat das letzte Wort.

Christus hat uns geliebt und sich für uns hingegeben.

Durch sein Blut, durch seinen Tod am Kreuz, durch seinen Sieg über Grab und Tod sind wir erlöst und befreit.

 

Der Evangelist, liebe Schwestern und Brüder, blickte auf Tod und Auferstehung Jesu schon zurück, als e dieses Gleichnis aufschrieb.

Für ihn ist jetzt Jesus „der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der aber zum Eckstein geworden ist.“ (V42)

Im Glauben oder Unglauben ihm gegenüber entscheidet sich von nun an Heil oder Unheil der Menschen.

 

Das neue Gottesvolk, die Kirche, soll bessere „Früchte“ bringen.

Es soll ein Volk sein, das gute Früchte bringt.

 

Ist die Kirche, sind wir, die wir alle selber Kirche sind, die „besseren Pächter“? Geben wir, was der Herr von uns verlangt? Bringen wir durch unser Leben jene Früchte, die der Herr von uns erwartet?

Jeden von uns hat der Herr zu einem Rebstock in seinem Weinberg berufen.

Auch uns wird er einmal nach unseren Früchten fragen?

 

Und so stellt sich die Frage:

Wie kann ich meinen Glauben für mein Leben fruchtbar machen, vielleicht auch noch fruchtbarer als bisher?

 

Keine Angst, liebe Schwestern und Brüder, die „erwarteten Früchte“ bestehen nur zu einem geringen Teil aus vorzeigbaren Leistungen.

Vor Gott können auch leere und gebundene Hände – wie die ans Kreuz genagelten Hände seines Sohnes – „erfüllt“ und „fruchtbar“ sein.

Vor ihm ist auch ein schweres Schicksal, eine unheilbare Krankheit, ja jedes tapfer getragene Leiden eine kostbare Frucht.

So hat jeder und jede von uns seine und ihre Art geistiger Fruchtbarkeit.

 

Bitten wir Gott, dass er uns erkennen und vollbringen lässt, was er von uns will und erwartet.

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