Exerzitien mit P. Pius

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"Glaubst du das?"

(5. Fastensonntag im Lesejahr A; Joh 11, 1 - 45)

„WIR SIND NUR GAST AUF ERDEN“

So fängt ein Lied an, das bei Beerdigungen und Eucharistiefeiern für Verstorbene gern gesungen wird.

„WIR SIND NUR GAST AUF ERDEN“

Wenn ich am Morgen die Zeitung aufschlage und die Todesanzeigen sehe, finde ich diesen Liedanfang bestätigt.

Auch die übrigen Seiten in der Zeitung unterstreichen vielfältig diese Gewissheit:

Berichte und Bilder von Katastrophen, Terroranschlägen und kriegerischen Auseinandersetzungen.

Trauer und Leid, Not und Tod überall.

 

„WIR SIND NUR GAST AUF ERDEN“ – Das singt sich so leicht.

Aber wie kommen wir mit dieser Erfahrung, Gast zu sein auf Erden zurecht?

Unsere Vergänglichkeit und Sterblichkeit. Lassen wir diese Erfahrung wirklich an uns herankommen?

Nehmen wir die uns gesetzten Grenzen an oder verdrängen und verharmlosen wir sie?

 

Nicht wahr, der Tod ist ein Thema, mit dem wir nicht gerne konfrontiert werden?

Eigentlich wollen wir den Tod nicht wahrhaben und tun so als müssten immer nur die anderen sterben.

Aber ist eine solche Einstellung zum Leben ehrlich? Ist sie nicht allzu oberflächlich?

Wird ein solch vordergründiger Lebensentwurf nicht doch eines Tages – und vielleicht viel früher als man denkt – an den harten Tatsachen zerbrechen?

 

Dem Tod gegenüber geraten wir an eine absolute Grenze.

Da erfahren wir unsere ganze Hilflosigkeit.

Wir mögen den Tod vielleicht um ein paar Jahre hinausschieben können, verhindern können wir ihn nicht.

 

Nichts ist gewisser als der Tod.

Der Tod kommt tot-sicher für jeden von uns.

Der Tod ist die Realität unseres Lebens. Kein Weg führt daran vorbei.

Jeder Mensch geht vom ersten Augenblick seines Lebens auf den Tod zu.

Irgendwann wird man uns das letzte Hemd anziehen, das keine Taschen hat.

Hart und unbarmherzig streicht der Tod alle Hoffnungen und Pläne durch.

 

Angesichts des Todes stellt sich zutiefst die Sinnfrage:

Was ist das Leben? Worauf läuft es hinaus?

Verpufft unser Verlangen nach Freude, nach Miteinander ins Leere?

Bleibt unsere Sehnsucht nach Leben und Glück ohne Antwort?

 

Sehen Sie: diese Fragen stellen sich auch für die beiden Schwestern Maria und Marta, die um ihren Bruder Lazarus trauern:

Ist jetzt alles aus? Bleibt nur noch ein Nachruf, ein Kranz?

Oder gibt es Leben über den Tod hinaus?

 

Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“

Marta hat diesen Worten Jesu Glauben geschenkt. Sie hat sich Jesus ganz und gar anvertraut und ihn ausdrücklich als Messias bekannt.

 

Jetzt schon gibt es Auferstehung und Leben für den, der glaubt.

Jesus ist gekommen, die so vielfältig verstrickten und gefangenen Menschen zu befreien, ihre Fesseln wie die Totenbinden des Lazarus zu lösen. Er selbst ist das Leben, ewig und endgültig.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Die Stimmung, die diese Erzählung, dieses Evangelium, überschattet, ist bereits die des bevorstehenden Todes Jesu.

Die Zeichenhandlung, die Jesus an Lazarus vollbringt, ist ein Hinweis auf das, was auch mit Jesus geschehen wird.

 

Das ist von Anfang an der Glaube der Christen: dass Jesus nicht im Tod geblieben ist, sondern dass der lebendige Gott, der Vater im Himmel, ihn auferweckt und in den Himmel aufgenommen hat.

 

Als Christen teilen wir das Schicksal Jesu. Wir gehen seinen Weg mit, den Weg nach Jerusalem, den Weg in den Tod.

„Wir sind nur Gast auf Erden.“

Aber dann gehen wir mit ihm auch in die Auferstehung und das Leben bei Gott.

Das ist die zentrale Aussage unseres Glaubens.

Deshalb gilt die Frage Jesu an Marta auch uns: „Glaubst du das?

 

Wie Jesus auferstanden ist und ewig lebt, so werden auch wir Licht und Leben haben in Fülle.

Der Tod hat nicht das letzte Wort. Der Tod ist nicht Schlusspunkt, sondern alles verheißender Doppelpunkt.

So schmerzlich der Tod auch ist und so weh er tut, er ist – mit christlichen Augen betrachtet – keine hohe, unüberwindliche Mauer am Ende einer Sackgasse, sondern er ist Tür und Tor.

Er ist Durchgang zum Leben, zum Leben im Licht und im Frieden Gottes.

Leben in seinem Leben, Leben in seiner Vollendung.

 

Ostern klingt an:

Er, der in der Auferweckung des Lazarus Macht über den Tod gezeigt hat, nimmt diesen Tod selber an und überwindet und besiegt ihn für uns alle.

„Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“

Und Gott, der Jesus Christus von den Toten erweckt hat, wird auch uns zum ewigen Leben erwecken.

Im Tod wird uns das Leben gewandelt, nicht genommen.

Das ist unser Glaube. Und das ist Trost und Hoffnung.

 

„WIR SIND NUR GAST AUF ERDEN.“

Ja! Aber wir haben ein Ziel: „Wenn die Herberge der irdischen Pilgerschaft zerfällt ist uns im Himmel eine ewige Wohnung bereitet.“ Unsere Heimat ist im Himmel.

 

Und von diesem Ziel gilt:

„Kein Auge hat es geschaut, kein Ohr hat es gehört, in keines Menschen Herz ist es gedrungen, das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“

 

„Glaubst du das?“

Diese Frage Jesu an Marta ist an jeden Einzelnen von uns gerichtet.

 

Das kommende Hochfest der Auferstehung helfe uns, von neuem und von ganzem Herzen zu bekennen:

„Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes.“

 

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